Flussbad-Pokal

Am Sonntag wollen 200 Schwimmer in der Spree baden

An der Berliner Museumsinsel soll ein Flussbad entstehen. Als Vorgeschmack gibt es am Wochenende dort einen sportlichen Wettkampf.

So soll das Flussbad an der Berliner Museumsinsel aussehen

So soll das Flussbad an der Berliner Museumsinsel aussehen

Foto: united/Flussbad Berlin e.V.

Als Vorgeschmack auf ein Flussbad an der Berliner Museumsinsel tauchen an diesem Sonntag mehr als 200 Schwimmer in die Spree ab. Sonst ist hier das Baden im Fluss streng verboten, für den zweiten Berliner Flussbad-Pokal gibt es im Spreekanal am Kupfergraben aber eine Ausnahme. Bisher hätten sich rund 80 Wettkampfschwimmer und mehr als 150 Freizeitsportler angemeldet, teilte der Verein Flussbad Berlin am Donnerstag mit.

Mit dem Bad in der Spree will der Verein für die Vision eines Flussbades samt Pflanzenfilteranlage werben. Im Moment hat der Spreekanal an der Museumsinsel zwar schon Badewasserqualität. Durch den Überlauf von Abwasserkanälen nach Unwettern können diese Werte aber schwanken.

Die Idee für ein Flussbad gibt es bereits seit 1998, doch erst in den vergangenen Jahren wurde auch dank Fördermitteln und Verbündeten eine Umsetzung überlegt. Das hat auch damit zu tun, dass die Wasserbetriebe durch große Investitionen in mehr unterirdischen Stauraum, Pumpwerke und Kläranlagen die Überläufe des Kanalsystems nach Unwettern zurückfahren wollen. Lief früher 50 bis 60 Mal im Jahr Dreckwasser voller Keime im Innenstadtgebiet in Berlins Gewässer, passiert das im Moment 20 bis 30 Mal. Von 2020/21 an soll es nur noch 10 bis 12 Mal pro Jahr so weit kommen.

Auch am Spreekanal, den die Flussbad-Enthusiasten zwischen Bodemuseum und der Schleusenbrücke am Auswärtigen Amt als Schwimmstrecke fitmachen wollen, gibt es heute noch mehr als zehn Einleitstellen für Abwasser nach heftigem Regen. Möglich wäre es, auch hier mehr unterirdischen Stauraum in einem Kanal zu schaffen. Nach den Plänen des Vereins entstünde dann ein durch Wehre abgeschlossenes rund 750 Meter langes Schwimmbecken im Kanal, das sich durch einen Pflanzenfilter an der Friedrichsgracht selbst reinigt.

Zunächst soll ein Lastkahn mit Pflanzen und Testfilter dieses Verfahren in einem Langzeit-Versuch simulieren. Auch ein Muschelfilter wäre denkbar, sagt Mitinitiator Tim Edler. Eine Wasserlandschaft an der Fischerinsel als Erholungs- und neuer Öko-Lebensraum gehört ebenfalls zum Konzept. Bis 2018 hofft Edler auf eine Entscheidung über das Flussbad.

Für ihn geht es nicht allein um eine Abkühlung in der Badesaison, sondern um ein lebenswertes Stadtzentrum mit ökologischem Gewinn. „Es wäre faszinierend, wenn ein Fluss beim Durchfließen einer Stadt sauberer würde statt dreckiger“, sagt er.

Das letzte Flussbad an der Spree schloss 1925, weil die Wasserqualität allein schon wegen der Industrieabwässer unzumutbar wurde. Für eine Neueröffnung - vielleicht im Jahr 2025 - gibt es heute aber noch große Hindernisse: die Wasserqualität, das Badeverbot in der Spree und auch fehlende Zugänge am Spreekanal. Animationen zeigen großzügige Freitreppen, die am Lustgarten und am rekonstruierten Schloss zum Kanal hinunterführen - ein verlockender Anblick.