Gleichstellung

Evangelische Kirche startet Trauung homosexueller Paare

Gemeinsam vor den Traualtar treten - das können schwule und lesbische Paare ab sofort wie alle anderen. Zumindest bei den Protestanten.

Homosexuelle Paare dürfen in Berlin und Brandenburg kirchlich heiraten

Homosexuelle Paare dürfen in Berlin und Brandenburg kirchlich heiraten

Foto: dpa

Regenbogenfahne und Kreuz: Von diesem Freitag (1. Juli) an können sich schwule und lesbische Paare kirchlich trauen lassen - bei der evangelischen Kirche. Nach Hessen-Nassau und dem Rheinland ist die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) die dritte Landeskirche, die sich für die Gleichstellung entscheidet. Die Landessynode hatte sich Anfang April mit großer Mehrheit für die Segnung homosexueller Paare entschieden. Es gebe bisher allerdings keine Anmeldungen für eine Trauung, teilte die Kirche auf Anfrage mit.

Voraussetzung für die evangelische Trauung ist, dass das Paar auf staatlicher Seite schon eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen ist. Die Synode hatte bereits vor einem Jahr beschlossen, dass die Kirchenleitung eine Gleichstellung vorbereiten soll. Seitdem hatte es auch Gespräche in den evangelischen Gemeinden gegeben, bei denen auch Vorbehalte geäußert worden waren.

Zur Feier des Tages wollen Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, Stellvertreterin von Landesbischof Markus Dröge, und Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD), am Freitag gemeinsam die Regenbogenflagge am U-Bahnhof Nollendorfplatz hissen. Damit starten auch die lesbisch-schwulen „Pride Weeks“. Dazu gehören die „Respect Gaymes“ am 2. Juli im Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark, das lesbisch-schwule Stadtfest (16. und 17. Juli) und der „Christopher Street Day“ am 23. Juli.