Sexualisierte Gewalt

Prozess: Berliner Grüne unterstützen Gina-Lisa Lohfink

Der Fall Gina-Lisa Lohfink zeige, wie wenig das Rechtssystem Frauen schütze, so die Berliner Grünen. Sie fordern mehr Prävention.

Gina-Lisa Lohfink muss sich wegen falscher Verdächtigung verantworten

Gina-Lisa Lohfink muss sich wegen falscher Verdächtigung verantworten

Foto: dpa Picture-Alliance / Klaus-Dietmar Gabbert / picture alliance / dpa

Die Berliner Grünen solidarisieren sich mit Gina-Lisa Lohfink, einst Kandidatin bei „Germany’s next Topmodel“. Sie ist wegen des Vorwurfs der falschen Verdächtigung angeklagt. Beim Prozess im Amtsgericht Tiergarten am Montag wollen Frauen aus der Grünen-Partei anwesend sein.

Das Rechtssystem schütze Frauen zu wenig, die Opfer von sexualisierter Gewalt geworden seien, so Friederike Schwebler vom Landesvorstand. Auch in Berlin gebe es Handlungsbedarf. Man fordere „den Ausbau von Präventionsmaßnahmen, der anonymen Spurensicherung sowie Gewaltschutzambulanzen.“

>>>Warum der Prozess um Gina-Lisa Lohfink so schwierig ist<<<

Die Vorgänge, die zum Prozess geführt haben, spielten sich 2012 in Berlin ab. Nach einem nächtlichen Treffen mit dem Model stellten zwei Männer eine Filmsequenz ins Netz, die seither sowohl als Sexvideo als auch als Vergewaltigungsvideo bezeichnet wird. Lohfinks Anwalt erstattete Strafanzeige gegen die beiden Männer wegen gemeinschaftlicher Vergewaltigung. Das Verfahren wurde schließlich eingestellt, und ein neues gegen Gina-Lisa Lohfink eröffnet. Sie sollten 24.000 Euro Strafe zahlen, wegen falscher Verdächtigung. Weil ihr Anwalt Einspruch einlegte, kam es zur Verhandlung.

Sie habe sich nach jener Nacht 2012 gefühlt, als seien ihr K.O.-Tropfen verabreicht worden, hieß es in Lohfinks Erklärung, die am ersten Prozesstag verlesen wurde.

In einem Werbespot des Fleischproduzenten Wiesenhof macht Comedian Atze Schröder vermeintliche Witze über „Gina und Lisa“, die Traumatherapie und die Riesenwurst. Der Spot war seit März online, doch erst am vergangenen Sonnabend löste er einen Proteststurm im Internet aus. Atze Schröder und Wiesenhof haben inzwischen um Entschuldigung gebeten, der Spot wurde von Wiesenhof im Netz gelöscht. Doch es gibt zahlreiche Kopien.