Wetter in Berlin

Wie die Hitze in der Hauptstadt den Berlinern zusetzt

Es ist nicht mehr ganz so heiß wie am Freitag. Trotzdem schwitzt Berlin weiter. Auch die Feuerwehr hat mehr zu tun als sonst.

Frei nach der Band 2Raumwohnung: 36 Grad und es geht noch heißer

Frei nach der Band 2Raumwohnung: 36 Grad und es geht noch heißer

Foto: Patrick Pleul / dpa

Heiß, heißer Hauptstadt... Berlin war am Freitag der Hitze-Rekordhalter in Deutschland. Bis fast 37 Grad im Schatten wurden gemessen. Für Juni seien diese Werte schon „ziemlich hoch“, sagte eine Meteorologin in Diensten des Deutschen Wetterdienstes.

Während sich die meisten Menschen über die hohen Temperaturen freuen und Abkühlung in Freibädern und Badeseen suchen, müssen andere wegen der Hitze Sonderschichten einlegen. Die Berliner Feuerwehr musste am Freitag zu insgesamt 1600 Einsätzen ausrücken, das sind nach Angaben eines Sprechers etwa 300 mehr als an kühleren Tagen. Auch am Samstagvormittag gab es bereits knapp 600 Rettungseinsätze. Wie viele davon hitzebedingt waren, konnte die Feuerwehr aber nicht genau sagen, weil diese in der Statistik nicht extra ausgewiesen werden.

Besonders älteren, kranken und stark übergewichtigen Menschen macht die Hitze zu schaffen. Am Freitagnachmittag musste die Feuerwehr zu einem Einsatz nach Gesundbrunnen ausrücken. In einem Regionalzug war in mehreren Wagen die Klimaanlage ausgefallen. Die Temperaturen hatten sich bis zu 60 Grad aufgeheizt.

Auch in den Rettungsstellen der Krankenhäuser ist mehr Betrieb als sonst. Es würden vermehrt Kreislaufbeschwerden, Schwindel, Kopfschmerzen und Herzrasen behandelt, sagte eine Sprecherin des Unfallkrankenhauses Berlin dem „Tagesspiegel“.

Wegen der Hitze sprach die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt am Freitag eine Ozonwarnung für empfindliche Menschen aus. Es könne zu Tränenreiz und Kopfschmerzen sowie eingeschränkter Leistungsfähigkeit und Atembeschwerden kommen. Die Hauptstädter wurden aufgerufen, auf Kraftfahrzeuge, Motorboote und Rasenmäher mit Verbrennungsmotoren zu verzichten.

Sonnabendnachmittag sollen Unwetter der Hitze ein vorläufiges Ende bereiten. Nach Angaben der Meteorologen muss mit heftigem Regen und Orkanböen gerechnet werden. Auch Hagel sei stellenweise möglich. Für Berlin gilt bis 4 Uhr nachts eine Vorwarnung vor Gewitter der Stufe Gelb. Eine Warnstufe Rot ist nach Angaben der Unwetterzentrale möglich.

Die Höchstwerte sollen bis zum Sonntag auf 22 bis 26 Grad sinken. Entsprechend werden in Brandenburg die Warnstufen für Waldbrände heruntergesetzt - auf mittlere bis geringe Gefahr (Stufen 3 und 2). Pünktlich zum EM-Achtelfinalspiel der deutschen Fußballer am Sonntagabend gegen die Slowakei (18 Uhr) soll sich das Wetter wieder beruhigt haben. Bei maximal 24 Grad und trockenem Wetter stehe dem Besuch der Fanmeile nichts im Wege, hieß es.