Marienkirche

Luther-Denkmal in Mitte wird nicht rechtzeitig fertig

Die Gewinner des Ideenwettbewerbs zum Luther-Denkmal an der Marienkirche stehen fest. Doch zum Jubiläumsjahr wird es nicht fertig.

So sieht der Siegerentwurf von Künstler Albert Weis und Architekt Christoph Zeller aus. Der historischen Skulptur wird eine Aluminium-Abstraktion gegenüber gestellt

So sieht der Siegerentwurf von Künstler Albert Weis und Architekt Christoph Zeller aus. Der historischen Skulptur wird eine Aluminium-Abstraktion gegenüber gestellt

Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Es sollte Berlins Beitrag zum Lutherjahr 2017 werden, dem 500. Tag der Reformation. Doch jetzt stellte sich heraus: Das neue Luther-Denkmal neben der Marienkirche in Mitte wird nicht rechtzeitig fertig. Denn erst jetzt wurde der Gewinner des Ideenwettbewerbs zur Gestaltung des Denkmals gekürt.

Der Berliner Künstler Albert Weis und das Architekturbüro Zeller & Moye setzten sich mit ihrem Entwurf gegen 51 weitere Ideen durch. „Wir wollten nicht rekonstruierend arbeiten, sondern mit dem Alten etwas Neues schaffen“, sagte Albert Weis bei der Pressekonferenz am Freitag.

Die Grundidee sei dabei gewesen, einen Ort für Dialoge zu schaffen, an dem sich Menschen gern aufhalten. „In unserem Entwurf haben wir dem historischen Luther-Denkmal eine abstrahierte, aus Aluminium gefertigte Luther-Skulptur gegenübergestellt“, ergänzte Architekt Christoph Zeller. Durch das Aluminium entstehe eine spiegelnde Fläche, die einen Bezug zum bereits existierenden Denkmal schaffen solle.

Historischer Luther sollte enthalten bleiben

Der Senat legte zuvor für den Wettbewerb einige Bedingungen fest: Der historische Luther sollte erhalten bleiben, ein Budget von 900.000 Euro nicht überschritten und die Anlage zurück an den ursprünglichen Standort auf dem Neuen Markt unweit der heutigen Karl-Liebknecht-Straße verlegt werden.

Dort wurde 1895 das Denkmal anlässlich des 400. Geburtstags Luthers errichtet. Die zehn mal zehn Meter große Anlage zeigte Luther mit den damaligen Mit-Reformatoren, unter ihnen Philipp Melanchthon, Johannes Bugenhagen und Georg Spalatin. Während der Kriegsjahre wurden die acht Begleitfiguren, die gemeinsam mit Luther die Denkmalanlage bildeten, zu Rüstungszwecken eingeschmolzen. Nur die Luther-Skulptur blieb erhalten. Als Bomben den Neuen Markt zerstörten, wurde das verbliebene Denkmal an die Nordseite der St. Marienkirche verlegt.

„Auch zu den acht Begleitfiguren möchten wir eine Verbindung schaffen. Dafür sollen LED-Lichter im Boden installiert werden, die Zitate der Mit-Reformatoren zeigen“, erklärte der Architekt Christoph Zeller. Manfred Kühne, Abteilungsleiter für Städtebau und Projekte der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, zeigte sich der In­stallation von LED-Lichtern gegenüber skeptisch. Er merkte an, dass man schauen müsste, dass das Budget eingehalten werde.

Ein Platzhalter zum Jubiläum

Bis wann die Skulptur tatsächlich fertig sein wird, wollte Superintendent Dr. Bertold Höcker nicht sagen: „Erstmal muss die Baustelle rund um die Kirche fertiggestellt werden.“ Zurzeit wird ein rechteckiger Hof angelegt, der dem gotischen Bauwerk mehr Raum und Präsenz im Stadtbild geben soll.

Zum Jubiläum stelle man wahrscheinlich einen Platzhalter an die Stelle, wo die Skulptur einmal hin soll, sagte der Superintendent. Außerdem müsse festgelegt werden, wer das Projekt überhaupt finanziere, fügte Manfred Kühne von der Senatsverwaltung an. Bisher lobte der Kirchenkreis Stadtmitte den Ideenwettbewerb mit insgesamt 27.400 Euro aus. Bis zum 10. Juli können die 52 eingereichten Entwürfe in einer Ausstellung in der Marienkapelle besichtigt werden.