Interview

Mit Alisha und Dragan nach England: So reist man mit Tigern

Pflegerin Angelika Berkling begleitet die jungen Amurtiger Alisha und Dragan aus dem Berliner Tierpark nach England.

Tierpflegerin  Angelika Berkling mit Tiger Alisha

Tierpflegerin Angelika Berkling mit Tiger Alisha

Foto: Steffen Freiling Photography / mail@steffenfreiling.de

Die beiden jungen Amurtiger Alisha und Dragan sollen aus dem Tierpark in den südenglischen Zoo von Dartmoor bei Plymoth umziehen. Pflegerin Angelika Berkling (47) wird die Tiere, die per Hand aufgezogen wurden, auf ihrer Reise begleiten. Die Berliner Morgenpost sprach mit der Pankowerin.

Berliner Morgenpost: Frau Berkling, wie laufen die Reisevorbereitungen?

Angelika Berkling: Wir müssen die Tiere darauf einstellen, dass sie keine Angst vor der Transportkiste haben, dass sie die als einen vertrauten Ort wahrnehmen. Wir üben jeden Tag, dass sie da gerne reingehen. Die Box wird mit Stroh ausgelegt. Dazu legen wir Spielzeug, einen Ball zum Beispiel, oder Futter, damit das für die Tiere spannend bleibt.

Wann soll es losgehen?

Ende Juni. Der genaue Termin steht noch nicht. Das hängt von den Engländern ab. Eine auf Wildtiertransporte spezialisierte Firma wird die beiden Tiger mit zwei Fahrzeugen abholen. Ich werde sie dann auf der Fahrt über Holland nach England begleiten.

Das sind etwa 25 Stunden Fahrt in einer Box von gerade ein mal zwei Meter. Ist das kein Stress für die Tiger?

Wir werden öfter Pause machen und nach den Tigern sehen. Dann bekommen sie auch Wasser zu trinken. Fressen dürfen sie nicht, das würden sie sofort wieder rausbringen. In größeren Kisten könnten die Tiere verrücktspielen und sich verletzen. Die Boxen sind groß genug, dass die Tiger sich hinlegen können. Gerade Katzen werden da die meiste Zeit schlafen. Stress wäre es für die Tiere, wenn wir sie für den Transport in Narkose legen müssten und sie dann in der Box wieder aufwachen. Deshalb gewöhnen wir sie ja an die Kisten.

Für Sie ist auch der erste weitere Tiertransport. Sind Sie selbst aufgeregt?

Nein, überhaupt nicht. Ich setze mich ja nur ins Auto und lasse mich fahren.

Wir lange bleiben Sie in England bei Alisha und Dragan?

Voraussichtlich vier Tage. In dieser Zeit werde ich dabei sein, wenn die englischen Kollegen sich um die beiden kümmern, sicher auch den einen oder anderen Tipp über die Eigenarten der Tiere geben. Sie müssen sich ja an die neuen Pfleger erst gewöhnen. Und wenn Sie so einem Tier sagen, „Guck mal, das ist auch ein netter Pfleger“, dann hilft das auch schon.