Westernstadt

Ein Dorado für die Fans von „Winnetou“

Die Western-Stadt „El Dorado“ lockt mit einem Fan-Treffen am Sonnabend in die uckermärkische Kleinstadt Templin.

Der "Winnetou des Ostens", Defa-Chef-Indianer Gojko Mitic, (r.) kommt auch mit 76 Jahren noch hoch zu Ross zu seinen Fans nach Templin

Der "Winnetou des Ostens", Defa-Chef-Indianer Gojko Mitic, (r.) kommt auch mit 76 Jahren noch hoch zu Ross zu seinen Fans nach Templin

Foto: Kerstin Kleinloff / Westernstadt Templin

Templin.  Die Abendsonne scheint auf Saloons, ein paar Pferde dösen an den Tränken davor. Am Eingang der „Bank of El Dorado“ lauert ein Sheriff, dem garantiert kein Gangster entwischt. Da vergnügen sich Cowboys lieber in der Concert Hall nebenan. Ob sich hier, in der Templiner Westernstadt „El Dorado“, auch Indianer wohlfühlen? Einer ganz bestimmt: Gojko Mitic, der Star vieler Defa-Abenteuerfilme und eine Art Chef-Indianer des Ostens.

Am heutigen Sonnabend, dem 25. Juni, kommt die Schauspiellegende zum 2. Gojko-Mitic-Fantreffen ins „El Dorado“. Hoch zu Ross, versteht sich. Das Kriegsbeil ist dann für „Tokei-Ihto“, so der Name der Titelfigur seiner ersten großen Rolle vor 51 Jahren, mindestens einen Tag lang begraben. „Anhänger können Gojko nicht nur hautnah erleben. Das Filmorchester Babelsberg spielt auch die größten Western-Klassiker der Filmgeschichte“, wirbt „El Dorado“- Sprecherin Dominique Ruff für das Event, das die Crew der Westernstadt initiiert.

Schauspieler Mitic kämpft für Gerechtigkeit

Gojko Mitic, auch mit 76 Jahren noch topfit, kämpft nach wie vor für Gerechtigkeit. Heute allerdings eher in Talkrunden im Fernsehen, wenn es um Politik oder Sportthemen geht. Der gebürtige Serbe, Held mehrerer Fernsehgenerationen, begeistert viele Menschen noch heute. Andreas Mintert, Mitwirkender der Stuntshow in der Templiner Westernstadt, lobt die Power des Mannes, auf den die Bezeichnung Rentner nicht zu passen scheint.

Gojko Mitic habe noch vor nicht allzu langer Zeit die Indianerfigur auf der Bühne, unter anderem bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg, verkörpert. Glaubwürdig und authentisch, so Mintert. Noch im Vorjahr stand sein Idol bei den Odertal-Festspielen in Schwedt auf der Bühne. Ausnahmsweise mal nicht als Apachenchef, sondern als Graf Hans Georg von Arnim in dem Fantasy-Stück „Die Verschwörung von Chorin“. Dominique Ruff erinnert an große DDR-Indianerfilme wie „Chingachgook, die große Schlange“, „Tecumseh“ oder „Ulzana“. Dies seien im Osten „Straßenfeger“ gewesen.

Eine gute Figur hoch zu Ross

Auch Christine Stüber-Errath aus Wildau (Dahme-Spreewald), in den 70er-Jahren Eiskunstlauf-Weltmeisterin und später Fernsehmoderatorin, schwärmt von Gojko Mitic. Kürzlich habe sie ihn im Fernsehen auf einem Pferd an der Teufelswand im Harz gesehen. Hier gingen etliche Außendrehs der Defa­-Indianer-Streifen über die Bühne. „Gojko Mitic macht noch immer eine tolle Figur – und das mit 76. Hut ab“, sagt Stüber-Errath, die gerade selbst für einen Kinofilm („Die Anfängerin“) vor der Kamera stand.

Schauspieler und Komiker Heinz Rennhack ist zwar der Ansicht, dass es mit den Gesangskünsten des Apachenhäuptlings nicht so weit her ist, doch Gojko Mitics „Löscht das Feuer“ war in der DDR Kult. Noch heute wird der Song bei vielen Partys gespielt – spätestens beim Löschen von Lagerfeuer oder Grill. Der Schauspieler selbst bleibt bei aller Zuneigung bescheiden. Ein Geheimnis für sein gutes Aussehen gebe es nicht. Er rauche und trinke nicht. Ein wenig Sport treibt der ostdeutsche Oberindianer nach eigenen Aussagen immer noch.

Seit 1961 war der Schauspieler (heute mit deutscher und serbischer Staatsbürgerschaft) als Stuntman und Double aktiv. Ursprünglich wollte er Sportlehrer werden. Doch schon während des Studiums wurde Mitic für kleinere Rollen in diversen Karl-May-Verfilmungen entdeckt. Die Defa warb ihn später für eigene Indianer-Streifen ab. Gleich nach dem ersten Dreh zu „Die Söhne der Großen Bärin“ (1965) wurde er in der DDR zum Star. Im Theater verkörperte er später auch Helden wie Robin Hood oder D’Artagnan. Sein Entertainer-Talent bewies er bei der Moderation der Sonnabendabend-Show „Ein Kessel Buntes“. Gojko Mitic, Vater einer Tochter, wirkte in rund 60 Kino- und Fernsehfilmen sowie in vielen TV-Serien mit.

Film-Musik und Western-Stunt-Show

Das Fantreffen am Sonnabend beginnt mit einer Indianershow. Ab 12 Uhr stellt sich der „Winnetou des Ostens“ den Fragen seiner Anhänger. Um 13.30 Uhr folgt eine Western-Stuntshow. Um 15.30 Uhr tritt das Babelsberger Filmorchester in der Concert- und Dance Hall des „El Dorado“ auf. Gojko Mitic ist mit von der Partie, allerdings nicht singend. „Das erste Fantreffen im Vorjahr besuchten rund 800 Gäste, obwohl es an einem Donnerstag stattfand. Wir rechnen am Sonnabend mit deutlich mehr Publikum“, so Dominique Ruff.

Weitere Informationen unter
www.eldorado-templin.de