Berlin-Mitte

Künstlergruppe will Tigerkäfig nicht abbauen

Die Tiger müssen weg. Das Bezirksamt Mitte verbietet der Gruppe "Zentrum für politische Schönheit" die Aktion #Flüchtlingefressen.

Berlin-Mitte: Der Tiger-Käfig soll abgebaut werden

Berlin-Mitte: Der Tiger-Käfig soll abgebaut werden

Foto: Steffen Pletl

Der umstrittene Tigerkäfig vor dem Gorki-Theater in Mitte muss abgebaut werden. Das entschied das Straßen- und Grünflächenamt. Bereits am vergangenen Freitag wurde die Sondergenehmigung widerrufen und dem Zentrum für politische Schönheit zugesandt.

Bis Mittwoch müsse der Tigerkäfig abgebaut werden, ansonsten drohen den Initiatoren Bußgelder und die Beseitigung des Käfigs durch eine Firma, sagte Harald Büttner, Leiter des Straßen- und Grünflächenamts. Die Aktion sei nicht, wie angemeldet, eine Informationsveranstaltung, sondern eine politische Provokation.

„Bei uns wurde eine Informationsveranstaltung zu dem Thema „Geschichte des Grundgesetzes vom Römischen Reich bis heute“ beantragt. Diese haben wir genehmigt“, erklärte Harald Büttner. Doch jetzt gehe man von einer politischen Versammlung aus. Diese wäre beim Polizeipräsidium anzumelden. „Politische Versammlungen im öffentlichen Raum sind nicht im Berliner Straßengesetz vorgesehen“, erklärte Harald Büttner. Deshalb habe das Amt die Sondernutzungserlaubnis zurückgezogen.

Das Zentrum für politische Schönheit habe bereits einen Rechtsanwalt konsultiert. „Die Initiatoren können vor dem Verwaltungsgericht eine einstweilige Anordnung beantragen. Bei Erfolg könnten sie ihre Aktion theoretisch fortsetzen“, sagte der Leiter des Amts.

Das Maxim Gorki Theater erklärte, es habe bislang keinen entsprechenden Brief der Behörde erhalten und widerspricht damit der Äußerung des Amtsleiters. „Wir warten auf etwas Schriftliches“, sagte Pressesprecherin Xenia Sircar dem Evangelischen Pressedienst. Dann könne man entsprechende Rechtsmittel einlegen. Die Sprecherin der Künstlergruppe, Thilda Rosenfeldt, sagte der Berliner Morgenpost hingegen, die Aktion bleibe bis zum 28. Juni bestehen.

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Die Künstlerinitiative „Zentrum für politische Schönheit“ hatte am Donnerstag vor dem Theater ein einer römischen Arena nachempfundenes Gehege mit vier libyschen Tigern aufgestellt. Am Montag kündigte die aus Syrien geflohene Künstlerin May Skaf in dem Theater an, sie wolle sich in der kommenden Woche öffentlich den Tigern zum Fraß vorwerfen lassen, sollten Bundesregierung und Bundestag das Beförderungsverbot für Flüchtlinge nicht aufheben.