"Kunstaktion"

Syrische Schauspielerin will sich von Tiger fressen lassen

Die Künstlergruppe "Zentrum für politische Schönheit" sorgt mit ihrer neuen Aktion "Flüchtlinge Fressen" wieder einmal für Aufsehen.

Aktion vor Maxim-Gorki-Theater: "Flüchtlinge fressen"

Aktion vor Maxim-Gorki-Theater: "Flüchtlinge fressen"

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Die Veranstalter der Berliner Kunstaktion „Flüchtlinge Fressen“ machen weiter auf sich aufmerksam. Die syrische Schauspielerin May Skaf drohte am Montag damit, sich ähnlich wie im alten Rom Tigern vorwerfen zu lassen, wenn die Politik nicht in den nächsten acht Tagen ein deutliches Zeichen setze. „Ich werde mich von Europa fressen lassen“, sagte Skaf. Sie berichtete unter Tränen von ihrer Flucht, dem Krieg und rief dazu auf, das Sterben im Mittelmeer zu beenden. „Ich habe nichts mehr zu verlieren, weil ich alles verloren habe.“

Mit der Aktion wollen Künstler eine Änderung im Aufenthaltsgesetz erreichen, das die Beförderung von Ausländern ohne Papiere verbietet. Das für Provokationen bekannte Zentrum für politische Schönheit baute dazu vor dem Maxim Gorki Theater eine Arena mit lebenden Tigern auf.

Es gebe angeblich schon sieben Flüchtlinge, die sich fressen lassen würden, sagte eine Aktivistin. Die Forderung: Die Bundesregierung soll zulassen, dass die Gruppe am 28. Juni 100 Syrer mit dem Flugzeug aus der Türkei nach Deutschland bringt.

Der Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner erklärte dazu am Montag, es liege in der Verantwortung des Gorki-Theaters, welche künstlerischen Gruppen es einlade. Und: „Die Aufgabe von Kunst ist nicht, bequem zu sein.“ Das Bundesinnenministerium hatte die vergangene Woche gestartete Aktion als „zynisch“ bezeichnet.

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