Menschenkette

Tausende halten sich an den Händen - Demo gegen Rassismus

Laut Veranstalter 9000 Menschen haben am Sonntag an einer Aktion gegen Rassismus in Berlin teilgenommen.

Die Kette soll ein Zeichen gegen Rassismus setzen

Die Kette soll ein Zeichen gegen Rassismus setzen

Foto: Sergej Glanze

Vor dem internationalen Gedenktag für Flüchtlinge am heutigen Montag hat Berlin ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und rassistische Gewalt gesetzt. Das Bündnis „Hand in Hand gegen Rassismus“ rief am Sonntagnachmittag zu einer 6,5 Kilometer langen Menschenkette auf, die sich vom Oranienplatz aus in zwei Richtungen bildete. Richtung Osten zu einer Flüchtlingsunterkunft in der Zeughofstraße und Richtung Norden zum Roten Rathaus in Mitte. Zu dem Bündnis gehörten unter anderem Sozialverbände, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die evangelische Kirche, der Zentralrat der Muslime und Amnesty International.

Nach Angaben der Organisatoren bildeten am Sonntagnachmittag rund 9000 Menschen in Berlin eine Menschenkette. Bundesweit gab es am Wochenende mehrerer solcher Demonstrationen – so auch in Bochum, Hamburg, Leipzig und München. Insgesamt sollen sich daran etwa 40.000 Menschen beteiligt haben.

Anlass der Demonstration ist die gestiegene Zahl rechter Gewalttaten, das Bündnis wollte mit den Menschenketten ein Signal für ein weltoffenes und vielfältiges Deutschland setzen. In Berlin rundete ein Bühnenprogramm und Infostände die Veranstaltung auf dem Oranienplatz ab, auf dem sich schon am frühen Nachmittag Erwachsene und Kinder mit bunten Luftballons einfanden. Zu den Rednern auf dem Oranienplatz gehörten der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann, Landesbischof Markus Dröge, Günter Burkhardt von Pro Asyl und Barbara John vom Paritätischen Wohlfahrtsverband.

Marion Lieser, Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland, einem Trägerverein des Bündnisses, ging es bei der Aktion vor allem um das Grundrecht auf Asyl für Flüchtlinge. „Menschenrechte stehen nicht zur Verhandlung“, sagte sie. Henny Engels vom Lesben-und Schwulenverband Deutschland (LSVD) zeigte sich besorgt über die steigende Zahl von rassistisch motivierten Gewalttaten. „Rassismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagte sie. „Das können wir nicht tolerieren.“ Dass diese Gesellschaft auch ein anderes Gesicht hat, wollte Tuna Sahin (25) durch seine Teilnahme an der Menschenkette zeigen. Für den türkischstämmigen Italiener ist Rassismus der „gefährlichste Aberglaube der Menschheit“. Seiner Meinung nach ist subtile Fremdenfeindlichkeit ein Phänomen, dass man in vielen Kulturen findet. Auch die drei befreundeten Schülerinnen Lisa (15), Mathilde (14) und Helena kamen zum Oranienplatz, weil es ihnen wichtig war, sich für Toleranz einzusetzen.