Stromnetz

Kilometerlanger Tunnel unter Berlin geplant

Unter den Linden hat der Tunnelbohrer seine Arbeit beendet. Doch bald soll sich die nächste Maschine durch den Untergrund fressen.

Nach langer Vorbereitung werden die Pläne für einen kilometerlangen Tunnel für die Höchstspannungsleitung unter Berlin konkreter.

Nach langer Vorbereitung werden die Pläne für einen kilometerlangen Tunnel für die Höchstspannungsleitung unter Berlin konkreter.

Foto: Tim Brakemeier/dpa

Unter der Berliner Innenstadt soll ein weiterer kilometerlanger Tunnel gebohrt werden. Der Stromnetzbetreiber 50Hertz baut die Sieben-Kilometer-Röhre zwischen Charlottenburg und Tiergarten für die Höchstspannungsleitung unter der Stadt. Das Unternehmen spricht von der zentralen Schlagader für die Elektrizitätsversorgung der Stadt. Sie wird nach und nach erneuert. Details will 50Hertz in dieser Woche bekannt geben.

Der Tunnel zwischen dem Umspannwerk Mitte und der Rudolf-Wissel-Brücke der Stadtautobahn wird unterirdisch im Vortriebverfahren gebaut - ähnlich wie der neue U-Bahn-Tunnel Unter den Linden, jedoch eine Nummer kleiner. Der Tunnel der sogenannten 380-Kilovolt-Kabeldiagonale der Hauptstadt wird innen einen Durchmesser von drei Metern haben und mit einer kleinen Gondel für Arbeiten an den Kabeln befahrbar sein.

20 bis 30 Meter unter der Erdoberfläche

Der Tunnel 20 bis 30 Meter unter der Erdoberfläche soll kunststoffisolierten Hochleistungskabeln Platz bieten, die deutlich mehr Strom transportieren können als die bisherigen unterirdisch verlegten wassergekühlten Kabel aus den 70er Jahren. Sie werden entfernt, wenn der neue Tunnel fertig ist. Ähnliche Tunnel sind zwischen dem Umspannwerk Mitte und Marzahn seit 1998 gebaut worden.

Die Kabeldiagonale durchquert Berlin von Spandau über Mitte bis Marzahn. Der westliche Abschnitt ist sanierungsbedürftig, zudem steigt die Auslastung, weil immer mehr Strom aus Wind, Sonne und Biomasse durchgeleitet wird. Der neue Tunnelabschnitt soll nach bisheriger Planung nach Vorarbeiten frühestens 2018 beginnen und etwa 2026 bis 2028 in Betrieb gehen.

Bis zum Februar hatte sich die Tunnelbohrmaschine „Bärlinde“ zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor mit einem 6,70-Meter-Schneidrad durch Berlins Untergrund gearbeitet. Dort wird die Lücke der U-Bahn-Linie 5 geschlossen. Beim neuen Stromkabeltunnel wird der Durchmesser des Schneidrads etwa 3,60 Meter betragen. Die Röhre wird mit Stahlbetonringen verstärkt.