Tiere

Warum Fuchsi aus dem Prinzenbad sterben musste

Der Berliner Senat hat die Entscheidung der Polizei verteidigt, den Fuchs im Sommerbad Kreuzberg zu erschießen.

Ein Stadtjäger erlegte den Fuchs "waidgerecht", heißt es

Ein Stadtjäger erlegte den Fuchs "waidgerecht", heißt es

Foto: dpa

Der Fall hatte in Berlin für Schlagzeilen gesorgt. Fuchsi, das tierische Maskottchen aus dem Prinzenbad in Kreuzberg, war am 7. Mai 2016 vor den Augen von Badegästen erschossen worden. Zeugen berichteten von schockierten Kindern und Erwachsenen. Viele Fragen blieben danach offen.

"High Noon im Prinzenbad: Warum musste Fuchsi sterben?", überschrieb der Grünen-Abgeordnete Dirk Behrendt seine kleine parlamentarischen Anfrage an den Senat. Es war sein Versuch, Antworten zu den Umständen der Tötung zu erhalten. Der Politiker wollte aber auch wissen, ob der Fuchs hätte medizinisch behandelt werden können, mit welcher Waffe er erschossen wurde, wie viele Schüsse abgegeben wurden, ob das Tier obduziert und beerdigt wurde. Doch er wurde enttäuscht.

Zur Auffindesituation des Tieres teilte Christian Gaebler, Staatssekretär der Umweltverwaltung, in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort mit, dass ein Mitarbeiter der Berliner Bäder-Betriebe am 7. Mai, kurz nach 13 Uhr, die Polizei rief, weil er einen „verendenden Fuchs“ auf dem Gelände des Sommerbades gefunden hatte.

Stadtförster erlegt Fuchsi "waidgerecht"

Bei Eintreffen der Beamten habe das Tier "nahezu regungslos am Rand eines Gebüsches" gelegen, heißt es weiter. Die Polizei sei zu der Einschätzung gekommen, dass "das Tier aufgrund der schweren Verletzungen unter den Qualen verenden" werde. Der Einsatz der Polizei sei ein Fall von "Gefahrenabwehr" gewesen.

Die Beamten hätten den Fundort "durch Umstellen" abgesichert. "Dadurch wurde ein Hinzutreten oder das Beobachten des Geschehens durch Badegäste verhindert." Auf eine Information der Badegäste habe man bewusst verzichtet, um einen größeren Zulauf zu verhindern.

Weil sich aus dem Tierschutzgesetz die Pflicht ergebe, vermeidbare Schmerzen und Leiden von Tieren zu verhindern, sei ein Stadtjäger hinzugezogen worden Er habe Fuchsi dann "waidgerecht" erlegt, so Gaebler.

Das zuständige Veterinäramt sei es erst zwei Tage später informiert worden. Von einem Tierarzt ist in der Antwort keine Rede. Zu weiteren Einzelheiten wie Art der Verletzungen, Waffe, Zahl der Schüsse und Obduktion lägen dem Senat keine Erkenntnisse vor, heißt es.

Bäderbetriebe zeigen sich einsichtig

Die Antworten genügen Dirk Behrendt nicht. Eltern hätten von traumatisierten Kindern berichtet, die dem am Ende gewaltsamen Tod des Fuchses unvermittelt im Schwimmbad miterlebt haben. „Im Prinzenbad herumzuballern und niemandem die Angelegenheit zu erklären, ist aus meiner Sicht nicht der richtige Weg“, kritisiert Behrendt. Die Beteiligten hätten einen Sichtschutz aufstellen sollen oder das Tier an einen anderen Ort schaffen sollen, um ihm dann weitere Qualen zu ersparen, fordert der Kreuzberger Abgeordnete. „Die Bäderbetriebe und die Polizei sollten ihr Handeln überdenken und künftig anders handeln“, fordert Behrendt.

Die Angelegenheit hätte den Gästen des beliebten Bades zudem erklärt werden sollen. Die Bäderbetriebe sahen sich einsichtig. Man wolle die Anregung prüfen, hieß es. Man habe auf die Kompetenz des Jägers und der Polizei in solchen Fällen vertraut.