Berlin

In Berlin werden täglich 88 Fahrräder gestohlen

Aufklärungsquote ist bundesweit nur in Passau schlechter

Juni und Juli sind die beliebtesten Monate für Fahrraddiebstahl. Fast ein Viertel der Zweiradverluste entfallen laut Polizei auf diese beiden Monate. Mit 32.245 Diebstählen im vergangenen Jahr landet Berlin nach einem aktuellen Ranking des Verbraucherportals für Preisvergleiche, billiger.de, auf Platz 3 der 16 Bundesländer – hinter Bremen und Hamburg. Als Grundlage für das Ranking wurden die jeweiligen Polizeistatistiken ausgewertet. In der Bundeshauptstadt sind 2015 pro 100.000 Einwohner 929 Fahrraddiebstähle gemeldet worden. Jeden Tag kommen demnach in Berlin statistisch 88 Fahrräder weg. Ein großes Ärgernis, denn die Chance, das Rad wieder- zubekommen, ist in Berlin besonders gering. Selbst bundesweit bleiben neun von zehn Fahrrädern verschwunden. Der Schaden wird pro Jahr auf 160 Millionen Euro geschätzt. Tausende der Räder werden auf dem Schwarzmarkt oder sogar über den normalen Fahrradhandel weiterverkauft.

Bedauerlich: Bei der Aufklärungsquote für Fahrraddiebstähle liegt Berlin auf dem vorletzten von 100 Plätzen. Schlechter als die Berliner Quote von 3,9 Prozent ist nur die der niederbayerischen Kleinstadt Passau, die liegt bei 2,9 Prozent. Im thüringischen Jena hingegen werden knapp 28 Prozent der Fahrraddiebstähle aufgeklärt.

Cottbus und Potsdam weiter vorne in Negativ-Statistik

Im Städte-Ranking schneidet Berlin nicht ganz so schlecht ab. Mit ihrer Diebstahlsquote liegt die Bundeshauptstadt aber auch im vorderen Bereich: auf Platz 23 der 100 Fahrraddiebstahl-Hochburgen in Deutschland. Ganz oben im Straftaten-Ranking findet sich Münster, gefolgt von Magdeburg. Die brandenburgische Stadt Cottbus belegt mit 1502 Diebstählen pro 100.000 Einwohner den dritten Platz, die Landeshauptstadt Potsdam landete auf dem sechsten Platz. In Potsdam wurden 2015 insgesamt 2199 Fahrräder gestohlen. Cottbus kann mit 24,4 Prozent eine vergleichsweise hohe Aufklärungsquote aufweisen, in Potsdam liegt sie bei 7,4 Prozent.

Nach Polizeiangaben sind 92,2 Prozent der Täter männlich, 43 Prozent jünger als 21 Jahre. Auffallend sei die relativ hohe Zahl an „nichtdeutschen Tatverdächtigen“. In Berlin betrug der Anteil 41,4 Prozent, in Potsdam 36,5 Prozent. Vor dem Hintergrund der geringen Ausklärungsquote in diesen beiden Städten sind diese Werte allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig.