Bilanz 2015

3,8 Millionen nutzen täglich in der Region Bus und Bahn

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg zieht für 2015 eine positive Bilanz. Er zählte mehr Fahrgäste und damit auch höhere Einnahmen.

Beim Ticketkauf entscheiden sich viele Fahrgäste im VBB zunehmend für die günstigeren Abo-Angebote

Beim Ticketkauf entscheiden sich viele Fahrgäste im VBB zunehmend für die günstigeren Abo-Angebote

Foto: Lukas Schulze / picture alliance / dpa

Die Zahl der täglichen Fahrgäste im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) stieg im Jahr 2015 auf 3,81 Millionen (2014: 3,74 Mio.). Das ist zum Vorjahr ein Plus von zwei Prozent. Das teilte der VBB am Mittwoch mit. Zu ihm gehören 43 Verkehrsunternehmen in der Region Berlin und Brandenburg.

Entsprechend stiegen im vergangenen Jahr auch die Einnahmen der Unternehmen über die Ticketerlöse auf 1,34 Milliarden Euro (2014: 1,27 Milliarden Euro).

Im gesamten Jahr 2015 fuhren insgesamt rund 1,4 Milliarden Reisende mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im Verbundgebiet – und erzielten damit laut VBB erneut einen Fahrgastrekord. Das prozentuale Wachstum im Vergleich zum Vorjahr betrage auch hier zwei Prozent und übersteige damit deutlich den deutschlandweiten Wert der Mitgliedsunternehmen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) von 0,5 Prozent.

Deutliche Steigerung auf der Schiene

Der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) im VBB profitiere von positiven Rahmenfaktoren: So verzeichneten die Länder Berlin und Brandenburg im Jahr 2015 ein Bevölkerungswachstum (+1,1 Prozent) sowie positive Entwicklungen bei Pendler- (+3,3 Proeznt), Schüler- (+1,6 Prozent) und Touristenzahlen (+4,6 Prozent ). Auch die gestiegene Zahl der geflüchteten Menschen wirke sich auf den Fahrgastzuwachs aus, so der VBB.

Deutliche Steigerungen der Fahrgastzahlen gab es im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) des Verbundgebietes. Mit rund 495 Millionen Reisenden konnte hier die Fahrgastzahl um gut fünf Millionen gesteigert werden. Der Regionalverkehr legte 2,7 Prozent zu, die S-Bahn verzeichnete ein Plus von 0,7 Prozent.

Das stärkste prozentuale Wachstum erreichte im Jahr 2015 der öffentliche Personennahverkehr in Berlin. Die BVG mit ihren Bussen, U- und Straßenbahnen beförderte erstmals mehr als eine Milliarde Fahrgäste und konnte damit die Anzahl an Fahrgästen um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern.

Schlechter schneiden Busunternehmen ab

Einen Rückgang verzeichnete der Busverkehr im Land Brandenburg. Auswirkungen der Streiks bei den regionalen Busverkehrsunternehmen sowie der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und zahlreiche Baustellen sorgten im vergangenen Jahr für für 4,4 Prozent weniger Fahrgäste.

Beim Ticketkauf würden sich Fahrgäste im VBB zunehmend für die günstigeren Abo-Angebote entscheiden, heißt es weiter. Statt Einzelfahrtausweise zu erwerben, wird auf die monatliche Flatrate für den ÖPNV gesetzt. Mit rund 620.000 sei die Zahl der Abonnenten im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um fast sieben Prozent gestiegen. Stärkstes Abo-Produkt sei dabei die VBB-Umweltkarte Berlin AB, die inzwischen von mehr als 300.000 Stammgästen genutzt wird. Sehr beliebt sei auch das VBB-Abo 65plus, mit dem inzwischen knapp 100.000 Senioren in Berlin und Brandenburg unterwegs sein können.

Viele Behinderungen durch Baustellen in 2017

Immer mehr Fahrgäste schätzen auch die Möglichkeit, ihr Ticket mobil per VBB-App Bus&Bahn oder der BVG-App zu erwerben. Seit der Integration der Handyticketfunktion in die VBB-App vor zwei Jahren, haben sich bereits mehr als 50.000 Kunden registriert. Pro Monat melden sich durchschnittlich weitere 2000 Neukunden an.

VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel wertet den erneuten Rekord bei den Fahrgastzahlen als tollen Erfolg. „Die ersten Prognosen zeigen, dass sich auch in 2016 noch mehr Menschen für das Bus- und Bahnfahren entscheiden. Die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs hängt allerdings weiter von zuverlässigen und schnellen Verbindungen ab.“ Viele Fahrgäste würden jedoch ihre gewohnten Wege 2017 aufgrund zahlreicher Baustellen, insbesondere im Schienenverkehr, anpassen müssen. Wichtig sei, dass frühzeitig und passend informiert werde, so Henckels Appell. Der VBB setze sich deshalb auch künftig dafür ein, „dass die Belange der einheitlichen Fahrgastinformation und der Komfort der verkehrsmittelübergreifenden Fahrkarten auch digital weiter entwickelt werden“.