Prozess in Berlin

Organisierte Taschendiebe - Urteil gegen Hintermänner kommt

Die Angeklagten aus Rumänien sollen Teams mit jugendlichen Dieben – darunter auch eigene Kinder - nach Berlin geschickt haben.

Die drei Angeklagten Mircea A. (r), Somna C. (M) und Vasilie C. (l), die von Rumänien aus Taschendiebstähle in Berlin organisiert haben sollen

Die drei Angeklagten Mircea A. (r), Somna C. (M) und Vasilie C. (l), die von Rumänien aus Taschendiebstähle in Berlin organisiert haben sollen

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Drei Jahre nach Beginn groß angelegter Ermittlungen gegen organisierten Taschendiebstahl steht das erste Urteil gegen mutmaßliche Drahtzieher bevor. Die Entscheidung werde an diesem Dienstag verkündet, teilte das Berliner Landgericht mit. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft für die drei Angeklagten - ein Paar und sein Sohn - Strafen bis zu drei Jahren und acht Monaten Haft verlangt. Die Verteidiger sprachen sich in ihren Plädoyers am Montag für eine etwas mildere Strafen aus.

Die Angeklagten aus Rumänien sollen Teams mit jugendlichen Dieben – darunter auch eigene Kinder - nach Berlin geschickt und kontrolliert haben. Zu den Taten sei es vor allem auf Rolltreppen in U- und S-Bahnhöfen gekommen. Ferner hätten die Angeklagten für den Transfer der Beute in ihre Heimat gesorgt. 21 Fälle von Oktober 2013 bis Februar 2014 sind angeklagt.

Gegen den 41-jährigen Vater beantragte die Staatsanwaltschaft drei Jahre und acht Monate Gefängnis. Eine Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten wurde für die 42-jährige Ehefrau verlangt. Im Falle des 21-jährigen Sohnes plädierten die Ankläger auf zwei Jahre Haft auf Bewährung. Die Verteidiger erklärten, die Familie lebe in „extrem bescheidenen“ Verhältnissen. Die Beute sei sehr gering gewesen.