Berlin

Uber startet den nächsten Versuch

Fahrvermittler modifiziert mit UberX sein Angebot für den deutschen Markt

Berlin.  Der Fahrvermittler Uber ist in Berlin mit dem neuen Mietwagen-Dienst UberX gestartet. Das US-amerikanische Unternehmen kooperiert bei dem Chauffeurservice mit mittelständischen Taxiunternehmen, wie Christian Freese, Deutschland-Chef des Unternehmens, der Berliner Morgenpost sagte. Die Fahrpreise sollen 20 Prozent unter den Taxitarifen liegen. Angaben über die Zahl der beteiligten Fahrzeuge machte das Unternehmen nicht.

Nachdem Behörden und Gerichte in Berlin und anderen deutschen Städten mehrfach Angebote des Dienstleisters kassiert hatten, geht Uber diesmal besser vorbereitet an den Start. „Unsere Partnerunternehmen fahren mit konzessionierten und gewerblich versicherten Fahrzeugen und professionellen Fahrern“, sagte Freese. Das Unternehmen stand in der Vergangenheit mit den zuständigen Behörden im Dialog, um das neue Angebot auszuhandeln.

Um den geltenden Vorschriften gerecht zu werden, werden die Fahrer nicht per Uber-App zum Kunden losgeschickt. „Wir bringen nur Angebot und Nachfrage zusammen und leiten Aufträge an Partner weiter“, erläutert Freese das Konzept.

Wenn ein Kunde per App UberX bucht, sendet Uber eine Mail an das Unternehmen (zum Beispiel den Mietwagenservice MyChauffeur Berlin) und rechnet im Anschluss die Fahrt ab. Die Logistik ist Sache des Partnerunternehmens. Damit tritt Uber auch aus der Schusslinie der etablierten Taxibranche, die auf der geltenden Rückkehrpflicht von Mietwagen beharrt. Diese Vorschrift besagt, dass Mietwagen nach dem Ende einer Fahrt in ihren Firmensitz zurückkehren müssen, um dort einen neuen Auftrag entgegenzunehmen. Diese Regel soll der Taxibranche Wettbewerbsvorteile sichern. Ob sich die Mietwagenunternehmen daran halten, ist nicht mehr Sache von Uber.

Das US-Unternehmen sieht den neuen Dienst als Chance für mittelständische Beförderungsunternehmer mit zehn bis 20 Fahrern, „die sich ein zweites Standbein aufbauen wollen“, wie Freese sagte. Sie benutzen neutral lackierte Mittelklassefahrzeuge, Toyota Prius, VW-Passat bis hin zur Mercedes E-Klasse. „Die Autos dürfen sich auf der Straße nicht als Mietwagen zu erkennen geben“, sagt Freese.

In der Vergangenheit habe Uber eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Taxibranche aufgebaut. Inzwischen seien in Berlin 1000 Wagen auch im Uber-Auftrag unterwegs, was die Wartezeiten auf durchschnittlich zwei Minuten verkürzt habe. Der Dienst UberTaxi werde weiter angeboten. Nutzer können die Dienste in der Smartphone-App auswählen.

Das Unternehmen sieht UberX als Basis für die geplante Dienstleistung UberPool, eine Art Mitfahrzentrale, bei der unterwegs Kunden mit Zielen aufgenommen werden, die in der geplanten Fahrtrichtung des Mietwagens liegen. So ist es theoretisch möglich, dass Mietwagen stundenlang unterwegs sind, weil sie immer wieder neue Kunden finden. In den USA ist dieses Angebot sehr beliebt, in Deutschland noch verboten. In San Francisco sind mehr als die Hälfte der von Uber vermittelten Fahrten geteilte Fahrten. Weltweit ist jede fünfte per Uber-App bestellte Fahrt eine Fahrt mit UberPool. Das sind mehr als eine Million Fahrgemeinschaften täglich.