Fußball-EM

Wie gut die Fanmeile in Berlin wirklich ist - Der Test

Der größte Berliner Public-Viewing-Ort , aber wie gut ist die Fanmeile in Berlin wirklich? Wir haben sie getestet.

Die Berliner Morgenpost hat die Fanmeile auf der Straße des 17. Juni beim ersten Deutschland-Spiel gegen die Ukraine getestet: Wie sicher ist sie, wo kann man sich mit Freunden treffen, wie gut gelangt man an den Eingängen auf das Gelände und auf welcher Videowand kann man besonders gut das Spiel verfolgen? Auch das Angebot an Speisen und Getränken sowie an Fanartikeln haben wir unter die Lupe genommen.

Im Video: So bejubelt die Fanmeile den deutschen Auftaktsieg
Im Video: So bejubelt Berlins Fanmeile den Auftaktsieg
Video: BM Video

Einlasskontrollen: Die Fanmeile zwischen Brandenburger Tor und Großem Stern in Tiergarten ist komplett eingezäunt. Zum großen Teil mit Gittern, am Tiergarten aber nur mit Absperrband, so dass man notfalls auf den Weg entlang des Parks ausweichen kann. Es gibt vier Eingänge – zwei in der Nähe des Brandenburger Tores an der Ebertstraße, einen an der Yitzhak-Rabin-Straße und einen an der Straße des 17. Juni. Die Besucher müssen sich auf längere Sicherheitskontrollen an den Eingängen einstellen. Lange Schlangen bilden sich am Sonntagabend noch nicht – obwohl Zehntausende auf die Fanmeile geströmt sind. Das liegt auch daran, dass an jedem Eingang 20 bis 30 Sicherheitsmitarbeiter stehen, die die Besucher parallel kontrollieren. Wer eine Tasche trägt, muss diese öffnen. Abgesehen von verbotenen Gegenständen wie Messern oder Dosen mit Reizgas, sagt ein Sicherheitsmann, „beschlagnahmen wir auch alle Glasflaschen“. Die Besucher sind vorbereitet, fast keiner hat Flaschen dabei, die Container bleiben fast leer.

Sicherheitsmaßnahmen: Die Kon­trolle an den Eingängen ist nicht die einzige Sicherheitsmaßnahme auf dem Gelände. Ordner mischen sich in Dreiergruppen unter die Fans, an jedem Eingang stehen zusätzlich Polizisten bereit sowie Sanitäter. Zum ersten Mal soll in diesem Jahr auch die Orientierung auf der Straße des 17. Juni verbessert werden. Dafür sind sämtliche Laternen entlang der Fanmeile durchnummeriert worden. Wer also etwa an Laterne 759 Hilfe braucht, kann so wesentlich besser kommunizieren, wo er zu finden ist. Außerdem kann die Nummerierung auch als Orientierungshilfe für Verabredungen dienen. Viele Gäste der Fanmeile wie Regina Tanner (47) fühlen sich dann auch sicher. Wenn sie sich umschaue, habe sie das Gefühl, dass die Security alles im Griff hat, sagte sie der Berliner Morgenpost. Andere wie Benjamin Groth (27) sind unsicher: „Wenn jemand vorhat, hier zuzuschlagen, können wir das kaum verhindern.“

Verpflegung: Auf der Fanmeile reiht sich Stand an Stand, wobei es vor allem Bierstände gibt, an denen das Berliner Kindl in Plastikbecher läuft. Sonst gibt es überwiegend Gerichte vom Grill – Steaks, Würste, Buletten. An anderen Ständen gibt es Eis, Cocktails und Süßigkeiten.

Toiletten: Wo Zehntausende feiern und noch dazu eine Fußballmeisterschaft, ist es wichtig, dass es ausreichend Möglichkeiten gibt auf die Toilette zu gehen. Das trifft auch auf die Fanmeile am Brandenburger Tor zu. Dort gibt es dann auch sehr viele der blauen Klohäuschen. Egal durch welchen Eingang man auf die Straße des 17. Juni gelangt, sind sie stets das erste, was man sieht. Dutzende von ihnen drängen sich an der Ebertstraße vor dem Brandenburger Tor, auf der anderen Seite der Hauptbühne verstecken sie sich unter den Bäumen des Tiergartens. Auch am Eingang Yitzak-Rabin-Straße passiert man als erstes eine ganze Batterie der blauen Zellen. Sie scheinen ausreichend vorhanden. Und trotzdem bilden sich schon früh am Nachmittag Schlangen vor den Klohäuschen.

Videowände: Es ist nicht bloß die eine große Videowand vor dem Brandenburger Tor, auf der Fußballfans verfolgen können, wie Europas Ballsportler um den Titel kämpfen. Die Spiele werden auf insgesamt sechs Videowänden übertragen, die im Abstand von 50 Metern entlang der Fanmeile aufgebaut sind. So kann, wem das Gedränge inmitten des schwarz-rot-gelben Hexenkessels direkt vor der Hauptbühne zu viel wird, sich ganz bequem eine der fünf anderen Wände aussuchen. Allerdings ist allen geraten, ein paar Meter zwischen sich und die gigantischen Bildschirme zu bringen. Wegen ihrer schieren Größe degradieren die nämlich Fußballspieler zu unscharfen Pixelhaufen, wenn man direkt vor ihnen steht. Aus ein paar Metern Entfernung ist die Bildqualität dann aber doch recht passabel.

Fanartikel: Neben Grill- und Bierbuden gibt es auf der Fanmeile natürlich vor allem eines: alles, wirklich alles in Schwarz-Rot-Gelb. Hüte und Taschen, Umhänge, Tröten und Kuscheltiere. Wer sich also im Vorfeld der Spiele noch nicht ausreichend mit Fan-Utensilien eingedeckt hat, kann das auf der Fanmeile nachholen. Einen weiteren Nutzen haben all die Accessoires bei schlechtem Wetter. Auch wenn am frühen Abend die Sonne durch die Wolkendecke bricht, fallen später doch einige Tropfen. Daher liegen neben Fahnen und Tröten in den Auslagen der Stände auch Regenschirme, Umhänge und Hüte in den Nationalfarben, die dann auch ganz schnöde dazu benutzt werden, die Besucher trockenzuhalten.

Anfahrt: Es empfiehlt sich, zu Fuß, mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Fanmeile zu gelangen. Mit der S-Bahn S1, S2 oder S25 direkt bis zum Brandenburger Tor, oder mit der U55 bis zur Haltestelle Bundestag oder Brandenburger Tor. Mit dem Bus 100 bis Platz der Republik, Reichstag/Bundestag oder Brandenburger Tor. Dort hält auch die Linie TXL. Die Polizei warnt außerdem eindringlich vor Taschendieben. Besucher sollten möglichst keine Wertgegenstände und auch nur wenig Bargeld mitnehmen.