Feuerteufel

Ende der unheimlichen Brandserie in Oberschöneweide

Brandstiftung in zehn Fällen: Die Polizei hat den Mann, der in den vergangenen Wochen immer wieder Autos in Flammen setzte, gefasst.

Auch dieser Audi wurde von dem Mann in Brand gesetzt

Auch dieser Audi wurde von dem Mann in Brand gesetzt

Foto: Thomas Schröder

Eine Serie von Brandstiftungen an Autos in Oberschöneweide ist aufgeklärt. Zivilfahnder der Polizei haben am frühen Sonntagmorgen einen 25-Jährigen auf frischer Tat ertappt und festgenommen. Der Mann hat anschließend zehn Brandstiftungen an Autos gestanden, die er in den vergangenen Wochen begangen hat. Über die Motive für die Taten gibt es noch keine näheren Erkenntnisse. Da fast alle der in Brand gesteckten Autos polnische Kennzeichen hatten, wird ein politischer Hintergrund derzeit nicht ausgeschlossen.

Verdächtiger möglicherweise psychisch krank

Die unheimliche Brandserie hatte Polizei und Autobesitzer in dem Köpenicker Ortsteil seit dem 20. Mai in Atem gehalten. Als sich die Taten mit immer ähnlicher Vorgehensweise bald häuften, leitete die Polizei mit Zivilfahndern und Beamten des Polizeilichen Staatsschutzes spezielle Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen ein. Unter anderem waren verstärkt Streifen in Zivil in den Tatortbereichen unterwegs. Über das genaue Vorgehen macht die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen allerdings keine näheren Angaben.

In der Nacht zum Sonntag wurden die Einsätze schließlich von Erfolg gekrönt. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, bemerkten Beamte gegen 3 Uhr in der Kottmeierstraße einen Mann, der ihnen verdächtig erschien. Er hielt sich eine Zeit lang an einem geparkten Fiat Ducato auf. Kurz nachdem er sich von dem Lieferwagen in Richtung Rathenaustraße entfernt hatte, sahen die Polizisten an dem Fahrzeug Flammen auflodern.

Fahnder nehmen die Verfolgung auf

Die Fahnder nahmen daraufhin die Verfolgung des Mannes auf und konnten ihn schließlich vorläufig festnehmen. Etwa eine Stunde zuvor hatten Zivilfahnder sowie Feuerwehrleute bereits die Flammen an einem geparkten VW Polo in der Parkstraße in Oberschöneweide gelöscht.

Den weiteren Angaben einer Sprecherin der Polizei zufolge wurde der Festgenommene zunächst erkennungsdienstlich behandelt. Anschließend wurde der 25-Jährige von Ermittlern des Polizeilichen Staatsschutzes ausführlich vernommen. „In seiner Vernehmung gestand er, seit dem 20. Mai insgesamt zehn Fahrzeuge, an denen sich überwiegend polnische Kennzeichen befanden, in Brand gesetzt zu haben. 20 weitere geparkte Fahrzeuge sind dabei in Mitleidenschaft gezogen worden“, teilte die Polizei mit. Der Tatverdächtige soll an diesem Montag einem Richter vorgeführt werden. Dieser muss entscheiden, ob gegen den Festgenommenen ein Haftbefehl erlassen wird. Möglicherweise ist der 25-Jährige psychisch krank und wird nach Erlass eines Unterbringungsbeschlusses in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung eingewiesen.

Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an

Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat und dem Motiv dauern an. Bei der Polizei ist der Festgenommene ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Er soll lediglich wegen eines sogenannten Antragsdeliktes aktenkundig geworden sein. Dabei handelt es sich um eine Straftat, die nicht automatisch von der Justiz, sondern nur nach Anzeige eines Betroffenen verfolgt wird. Der Verdächtige wohnt im Ortsteil Oberschöneweide.

Die Zahl angezündeter Autos in Berlin steigt wieder an. Bis Ende Mai sind bereits 146 Fahrzeuge in Brand gesteckt worden. Durch die Flammen wurden rund 50 Autos in der Nähe mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen. Im gesamten vergangenen Jahr waren 186 Autos zum Ziel von Brandstiftern geworden. Die höchste Zahl von in Flammen aufgegangenen Autos hatte es mit 537 im Jahr 2011 gegeben. Für die Polizei ist es schwierig, Verdächtige zu ermitteln, da die Taten schnell ausgeführt werden und die Täter bereits verschwunden sind, wenn die Autos sichtbar in Flammen stehen.