Die „klügste Nacht“ des Jahres

Klangvoll in die Lange Nacht der Wissenschaften

Zahlreiche Menschen zogen am Abend in Berlin bei der Langen Nacht der Wissenschaften von Projekt zu Experiment zu Workshop zu Vortrag.

Zwei Besucher betrachten während der Langen Nacht der Wissenschaften in der Beuth Hochschule in Berlin die Vorführung einer Laserprojektion

Zwei Besucher betrachten während der Langen Nacht der Wissenschaften in der Beuth Hochschule in Berlin die Vorführung einer Laserprojektion

Foto: Gregor Fischer / dpa

Zum 16. Mal haben am Sonnabendnachmittag bei der Langen Nacht der Wissenschaften über 70 Einrichtungen in Berlin und auf dem Potsdamer Telegrafenberg ihre Türen für neugierige Erwachsene und Kinder geöffnet. Noch bis Mitternacht haben diese Gelegenheit, unter rund 2000 Experimenten, Vorträgen, Workshops und Mitmachaktionen zu wählen.

Bildungs- und Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) eröffnete die Veranstaltung im „Haus der Ideen“, dem Hauptgebäude der Technischen Universität (TU) Berlin. Die Politikerin lobte Berlin als „Top Wissenschaftsstandort“ und „Start-up-Metropole.“ Sie selbst sei schon zum vierten Mal dabei und empfehle den Besuch des Teenie-Campus, bei dem sichBesucher experimentell mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen.

Schon bevor es im Hörsaal des Hauptgebäudes der TU offiziell losging, versammelten sich insbesondere die jungen Besucher im Eingangsbereich. Dort erwarteten sie unter anderem Roboter-Spinnen und Sand aus der Sahara zum Mitnehmen. Schiffbaustudenten erklärten Kindern, wie ein Tretboot funktioniert. Annika (37) und Luna (14) waren zum ersten Maldabei. Sie hoffe, „man lernt ein bisschen dazu“, sagte Annika. Johannes Knop (19) interessiert vor allem die Entwicklung von Computerspielen. Ob er bis Mitternacht bleibe, wisse er noch nicht. Er lasse sich überraschen. „Die S-Bahn fährt durch,“ sagte der Berliner.

Musik mit dem Smartphone

Ganz am Puls der Zeit zeigten sich bei der Eröffnung der „klügsten Nacht des Jahres“ auch die Direktoren der Humboldt-Universität, der TU, der Freien Universität (FU) und der Beuth-Hochschule. Unter dem Motto „Sounds of Science“ musizierten sie mithilfe ihrer Smartphones und einem DJ auf der Bühne. Horst Zuse, Sohn von Computer-Entwickler Konrad Zuse, sprach über den Beginn des Computerzeitalters. Sein Vater hatte vor 75 Jahren seinen in Berlin gebauten ersten funktionstüchtigen, programmgesteuerten Computer der Welt, den „Z3“, vorgestellt. Das Zuse Institute Berlin (ZIB) schlug anlässlich dieses Jubiläums den Bogen aus den Anfangstagen in die Gegenwart und Zukunft der digitalen Welt.

Erstmals dabei war in diesem Jahr das im Regierungsviertel entstehende „Haus der Zukunft“. Außer Universitäten, Fachhochschulen und Forschungsinstituten beteiligten sich auch Unternehmen wie die Berliner Wasserbetriebe und Total Deutschland, Behörden wie die Stasi-Unterlagen-Behörde und das Deutsche Patent- und Markenamt sowie wissenschaftsnahe Einrichtungen. Im vergangenen Jahr kamen zur Langen Nacht der Wissenschaften rund 28.000 Besucher.