Wohnen

Potsdam stellt einen Immobilien-Rekord auf

In der brandenburgischen Hauptstadt wurden 2015 Baugrundstücke, Häuser und Wohnungen für fast eine Milliarde Euro verkauft – das ist Rekord.

Besonders begehrt bei Käufern sind die Potsdamer Innenstadtlagen

Besonders begehrt bei Käufern sind die Potsdamer Innenstadtlagen

Foto: imago/CHROMORANGE

Potsdam.  Ob es das Haus samt Garten in ruhiger Umgebung ist oder die Eigentumswohnung in bester Innenstadtlage: Immer mehr Menschen erfüllen sich den Traum von den eigenen vier Wänden in Potsdam. Und das, obwohl die Immobilienpreise in der Landeshauptstadt kräftig gestiegen sind. Im Schnitt 340.000 Euro kostete im vergangenen Jahr ein frei stehendes Einfamilienhaus ab Baujahr 1991. Eine Doppelhaushälfte im gleichen Alter war für durchschnittlich 299.000 Euro zu haben, ein Reihenhaus schlug mit 378.000 Euro zu Buche. Das geht aus dem aktuellen Potsdamer Grundstücksmarktbericht hervor.

„Die Preise sind natürlich stark von der Lage abhängig, außerdem von der Grundstücksgröße, der Wohnfläche und der Ausstattung“, sagt Winfried Schmidt. Er ist Vorsitzender des Gutachterausschusses in der Stadtverwaltung, der den Jahresbericht für 2015 über die Entwicklungen auf dem Potsdamer Grundstücksmarkt herausgegeben hat.

Grundstückspreise sollen weiter steigen

Auf fast eine Milliarde Euro belief sich der Wert der im vergangenen Jahr in Potsdam verkauften Baugrundstücke und Immobilien – eine Steigerung gegenüber 2014 um rund ein Drittel und zugleich ein neuer Rekord. Binnen vier Jahren hat sich der Umsatz durch Grundstücksverkäufe in Brandenburgs Hauptstadt sogar verdoppelt. Und die Preisspirale wird sich weiter drehen: „In den nächsten Jahren ist mit einem weiteren Anstieg der Grundstückspreise zu rechnen“, sagt Schmidt. Steigerungen von jährlich fünf Prozent hält der Experte für realistisch.

In Eigenheimgebieten „in städtischer Randlage“ wurden im vergangenen Jahr Grundstückspreise zwischen 30 und 110 Euro für den Quadratmeter aufgerufen, im Stadtzentrum dagegen 500 bis 850 Euro. In den begehrten innerstädtischen Wohngebieten seien die Bodenrichtwerte um bis zu 70 Euro pro Quadratmeter gestiegen, erklärt Schmidt. „Die Nachfrage hält an, und das wirkt sich auf die Baulandpreise aus.“ Viele Käufer von Baugrundstücken und Immobilien schätzten die hohe Wohn- und Lebensqualität der Landeshauptstadt. Die sei auch ein Grund dafür, warum die Einwohnerzahl Potsdams in den vergangenen Jahren stetig angestiegen sei.

Auch Denkmalobjekte sind beliebt

Auf dem Immobilienmarkt gefragt seien vornehmlich Eigenheime und Eigentumswohnungen „in stadtnaher Lage mit guter sozialer und kultureller Infrastruktur“, sagt Schmidt. Immobilien wie beispielsweise in Potsdams größtem Neubaugebiet, dem Bornstedter Feld, wo der Quadratmeter Grundstücksfläche mittlerweile um die 300 Euro kostet. Auch Denkmalobjekte und Immobilien in Sanierungsgebieten – wie es sie in der Innenstadt oder im Zentrum von Babelsberg gibt – seien beliebt, „weil da noch attraktive steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten vorhanden sind“ – obwohl Häuser und Grundstücke am Stadtrand deutlich günstiger zu haben sind. Insgesamt wechselten im vergangenen Jahr 519 bebaute Grundstücke den Besitzer, überwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser, Villen, Reihenhäuser und Doppelhaushälften. Nur jeweils gut zehn Prozent waren Mehrfamilien- und Geschäftshäuser.

Besonders hoch in der Gunst der Käufer standen Eigentumswohnungen – „und das sowohl bei Kapitalanlegern als auch bei Eigennutzern“, sagt Schmidt. 1098 Eigentumswohnungen wurden 2015 in Potsdam verkauft, das waren 42 Prozent mehr als 2014. Der Umsatz in diesem Segment belief sich auf 274,1 Millionen Euro, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 75 Prozent. Deutlich tiefer als noch 2014 mussten dabei Käufer in die Tasche greifen, die es auf eine betagtere Immobilie abgesehen hatten. Die Preise für nach 1991 entstandene Eigentumswohnungen blieben nahezu konstant. Am teuersten waren die Wohnungen, die vor 1960 gebaut wurden und nun zum ersten Mal den Besitzer wechselten: Bei einem durchschnittlichen Preis von 4300 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche mussten die Käufer im Schnitt 389.000 Euro zahlen.

Die Zahl der verfügbaren Wohnungen ist gering

Dass Potsdamer Immobilien stark nachgefragt sind, liege aber auch an den historisch niedrigen Zinsen für Kredite, erklärt Winfried Schmidt. Da erwäge so mancher den Immobilienkauf, der noch vor ein paar Jahren gar nicht daran gedacht habe. „Zumal Potsdamer Immobilien hohe Wertstabilität bieten“, so der Fachmann weiter. Und wer eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage kauft, hat auch gute Chancen, sie zu vermieten: „Die Zahl der verfügbaren Wohnungen ist gering, die Leerstandsquote liegt in Potsdam aktuell bei unter einem Prozent.“

Die Bodenrichtwerte für Grundstücke können im Internet kostenlos unter www.boris-brandenburg.de eingesehen werden.