Billigflieger

Ryanair gibt 20 Prozent Rabatt auf Schönefeld-Flüge

Die Rabatt-Aktion des irischen Billigfliegers dauert 48 Stunden und gilt für alle Flüge von und nach Schönefeld.

Der Vorstandsvorsitzende der irischen Fluggesellschaft Ryanair, Michael O'Leary, mit zwei Flugbegleiterinnen im EM-Fieber

Der Vorstandsvorsitzende der irischen Fluggesellschaft Ryanair, Michael O'Leary, mit zwei Flugbegleiterinnen im EM-Fieber

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Berlin.  Der irische Billigflieger Ryanair feiert seinen hundertmillionsten deutschen Fluggast mit einer 48-stündigen Rabattaktion auf allen Flügen von und nach Schönefeld. Das Unternehmen ist seit April 1999 in Deutschland aktiv. Firmenchef Michael O’Leary präsentierte am Donnerstag in Berlin neue Rekordzahlen seines Unternehmens. So verdoppelt die Airline in diesem Jahr seinen Betrieb in Schönefeld mit neun stationierten Flugzeugen, 45 Europa-Routen im Winterflugplan – davon 19 neue – und fast fünf Millionen Kunden. Berlin sei der am schnellsten wachsende Flughafen im Portfolio des Unternehmens.

Kauf von Air Berlin ist für Ryanair keine Option

Auf den neuen Hauptstadtflughafen BER ist der Ryanair-Chef dagegen schlecht zu sprechen. Ob und wann der fertig werde, sei ihm egal. Ryanair würde am liebsten in Schönefeld bleiben. „Der Flughafen BER hat schon jetzt das Problem, dass er zu klein ist“, sagt O’Leary.

Auch an seinem Mitbewerber Air Berlin lässt er kein gutes Haar. „Die werden von Jahr zu Jahr kleiner.“ Ob Ryanair am Kauf der angeschlagenen Airline interessiert sei? „Das ist keine Option“, sagt O’Leary. Er kaufe lieber neue Flugzeuge als eine hochpreisige Fluggesellschaft. Das irische Unternehmen hat gerade 330 neue Boeing 737-800 geordert. O’Learys Prognose für das Schicksal des Konkurrenten: „In drei bis fünf Jahren wird Air Berlin von der Hauptaktionärin Etihad an die Lufthansa verkauft und Etihad erhält dafür eine Minderheitsbeteiligung an Lufthansa.“

Airline fordert Abschaffung der Verkehrssteuer

Das bevorstehende britische Brexit-Referendum sieht Michael O’Leary mit Sorge. Sollte Großbritannien die Europäische Union verlassen, würde das den Wettbewerb schwächen und zu höheren Flugpreisen führen, sagt er. Es würde auch die Gewichte in Europa verschieben, wenn dann Tech-Unternehmen aus London in andere Metropolen der EU-Zone abwandern.

Der Ryanair-Chef brachte auch eine politische Botschaft mit nach Berlin: „Wir fordern die deutsche Regierung auf, die Verkehrssteuer abzuschaffen, die insbesondere an regionalen Flughäfen ein schnelleres Wachstum verhindert.“ Irland habe das auf Anraten von Ryanair im April 2014 gemacht, worauf die Passagierzahlen signifikant angestiegen seien. „Deutschland sollte dem Beispiel Irlands folgen, wo Verkehr und Tourismus stark gewachsen sind.“

Die Fluggesellschaft Ryanair will seinen Ruf nicht nur bei Kunden, sondern auch beim eigenen Personal verbessern. So seien neue Verträge mit Crews und Piloten geschlossen worden. Nach fünf Arbeitstagen erhalten Crews vier Tage frei, Piloten drei Tage.