Züge mit WLAN

Millionenauftrag für Hennigsdorfer Bombardier-Werk

43 Züge dieses Typs hat Bombardier verkauft. Sie werden in Hennigsdorf bei Berlin gefertigt

43 Züge dieses Typs hat Bombardier verkauft. Sie werden in Hennigsdorf bei Berlin gefertigt

Foto: BM

Von wegen Krise: Das Hennigsdorfer Bombardier-Werk hat einen Millionenauftrag erhalten. Dort soll jede zehnte Stelle gestrichen werden.

Der Bahntechnikhersteller Bombardier Transportation liefert 43 Triebzüge vom Typ Talent 2 an das Verkehrsunternehmen Abellio in Baden-Württemberg. Der Gesamtwert dieses Auftrags liegt bei 215 Millionen Euro.

Die neuen Elektrotriebzüge nehmen ab Juni 2019 stufenweise den Passagierbetrieb auf und kommen in Baden-Württemberg im Stuttgarter Regionalnetz Neckartal zum Einsatz. Bombardier wird bis Juni 2020 alle 43 Züge an Abellio ausliefern. Hergestellt werden die Triebzüge am Bombardier-Standort in Hennigsdorf, die Drehgestelle kommen aus dem Werk in Siegen.

Radstellplätze und WLAN

Bei den neuen Zügen handelt es sich um 24 drei- und 19 fünfteilige Elektrotriebzüge mit 163 beziehungsweise 273 Sitzplätzen. Diese Fahrzeuge sind mit WLAN ausgestattet, bieten barrierefreien Zugang sowie 24 beziehungsweise 39 Fahrradstellplätze.

In Deutschland sind nach Herstellerangaben insgesamt mehr als 350 Talent 2-Züge auf den Schienen unterwegs. Dank des Baukastenprinzips kann der Zug flexibel angepasst und sowohl im S-Bahn- als auch im Regionalverkehr eingesetzt werden.

Protest gegen Streichung von 270 Stellen

Das kanadische Unternehmen hatte Anfang 2016 angekündigt, nach Verlusten in seiner Luftfahrtsparte in Deutschland 1430 von rund 10.500 Arbeitsplätzen streichen zu wollen. Am Standort Hennigsdorf sollen 270 Arbeitsplätze wegfallen – und damit fast jede zehnte Stelle. Beschäftigte und Gewerkschaften hatten mehrfach gegen diese Absicht protestiert.

Bombardier Transportation hat rund 39.400 Beschäftigte in 60 Ländern. Die Konzernzentrale befindet sich in Berlin.

( BM/stü )