Berlin

SEK der Polizei soll auf zwei Standorte verteilt werden

Im November vergangenen Jahres hatten Polizeipräsident Klaus Kandt und Innensenator Frank Henkel (CDU) angekündigt, eine Anti-Terror-Taskforce aufzubauen. 39 Stellen sollte es geben, bessere Waffen und Schutzwesten, gepanzerte Fahrzeuge – für 3,4 Millionen Euro. Nun heißt es aus der Innenverwaltung: "Es gibt derzeit keine Pläne der Polizei Berlin zur Schaffung einer Spezialeinheit Terrorismusbekämpfung." Nachzulesen in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfragen des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber.

Auf Anfrage der Morgenpost sagte eine Sprecher der Innenverwaltung: "Es wurden 39 zusätzliche Stellen für das Spezialeinsatzkommando SEK zur Verfügung gestellt", deren Aufgaben die Bewältigung von Terrorlagen sei. Eingesetzt würden bereits vorhandene Dienstkräfte. Die durch die Versetzung frei gewordenen Stellen würden durch Personal ersetzt, das zunächst noch ausgebildet werden müsse. Weiter sagte der Sprecher: "Die Lieferung von Schutzausstattung, Helmen, Fahrzeugen, spezieller Einsatztechnik ist beauftragt oder steht in Kürze bevor."

Die Gewerkschaft der Polizei begrüßt das. "Wir benötigen keine neue Einheit, die wir aber weder quantitativ noch qualitativ so ausstatten könnten, dass sie die Bezeichnung Anti-Terror-Einheit verdient", sagt Kerstin Philipp, Landesvorsitzende der GdP. Die neuen Stellen seien zwar ein Anfang, Berlin benötige aber mindestens doppelt so viele Beamte. Außerdem sei die Konzentration auf einen Standort sehr gefährlich. Philipp: "Wir müssen das SEK auf mindestens zwei Orte in Berlin verteilen und innerhalb von zwei Minuten an einen Hubschrauber herankommen. Wir werden einen Anschlag nicht verhindern können, aber wir müssen dafür sorgen, die Reaktionszeit so gering wie möglich zu halten."

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