Stadtreinigung

Die BSR bekommt viel Lob für die Reinigung der Parks

Seit 1. Juni reinigt die BSR zwölf Parks in Berlin. Für die Sauberkeit an diesem Wochenende gibt es viel Lob von den Menschen vor Ort.

Auch der Spreebogenpark gehört zum neuen Reinigungsrevier der Berliner Stadtreinigung. Mitarbeiter Irene Gebert und Christian Schmidt sammeln Papier, Kippen und anderen Unrat auf

Auch der Spreebogenpark gehört zum neuen Reinigungsrevier der Berliner Stadtreinigung. Mitarbeiter Irene Gebert und Christian Schmidt sammeln Papier, Kippen und anderen Unrat auf

Foto: Sergej Glanze / Glanze

An der Greenwichpromenade in Tegel hat es sich bereits herumgesprochen. Die älteren Damen auf der Bank, die den Seeblick genießen, wissen es, das Pärchen mit den Walking-Stöcken ist informiert: Für die Reinigung von Uferweg und Park rund um die Schiffsanlegestelle am Tegeler See ist neuerdings die Berliner Stadtreinigung (BSR) zuständig.

Die Damen haben es an den vielen neuen Papierkörben erkannt, die Sportler daran, „dass es jetzt noch gepflegter aussieht als vorher“. Es stimmt. An diesem hochsommerlichen Sonntag sind zwar viele Ausflügler auf der Promenade unterwegs. Trotzdem ist kein Stück Papier auf Wegen und Wiesen zu finden. Auch die Papierkörbe sind leer.

>> BSR reinigt ab sofort zwölf Berliner Parks

Seit dem 1. Juni ist die BSR für die Reinigung von zwölf Parks und Grünanlagen in zehn Bezirken zuständig. Der Senat hatte im Dezember 2015 die Entscheidung getroffen, dass die Stadtreinigung diese Aufgabe im Rahmen eines Modellprojekts bis Ende 2017 übernimmt. Damit sollen vor allem die bezirklichen Grünflächenämter entlastet werden, die die Gärtner wieder mehr in der Pflege der Parks einsetzen wollen statt zum Aufsammeln von Müll. Jeder Bezirk durfte Grünanlagen benennen, für die er Hilfe benötigt. Die meisten haben sich Touristen- und Ausflugshotspots ausgesucht wie den Bereich rund um den Fernsehturm und den Spreebogenpark, den Görlitzer Park, den Münsinger Park in Spandau, den Park am Buschkrug in Neukölln und das Südufer des Schlachtensees.

In Reinickendorf fiel die Wahl auf die Greenwichpromenade. Dort sind jetzt alle 20 Schritte Papierkörbe zu finden. „Die Sauberkeit hat sich auf jeden Fall verbessert“, sagt Christian Garbrecht, Mitarbeiter bei der Stern und Kreis Schifffahrt GmbH. Er sehe sie öfters, die Männer und Frauen in Orange, sagt er. „Die sind ganz fleißig.“ Schon am Morgen sei das BSR-Fahrzeug vorbeigekommen.

Harken, Papierkörbe leeren und die Müllsäcke abtransportieren

Gegen elf Uhr taucht der Müllwagen wieder an der Uferpromenade auf. Sechs Uhr habe ihre Schicht begonnen, erzählt der Teamleiter. Harken, Papierkörbe leeren, alles in Säcken verstauen – das waren die ersten Arbeiten. Mittags folgte eine Kontrollfahrt und das Einsammeln der Säcke. Jeden Tag seien sie unterwegs, erzählt der BSR-Mitarbeiter, auch an den Wochenenden.

Rund um den Alexanderplatz bietet sich an diesem Sonntag das gleiche Bild. Zwischen Neptunbrunnen und Fernsehturm liegt kaum eine Kippe auf dem Boden. In drei Schichten seien sie auf dem Alex und in den Nebenstraßen bis zur Torstraße und Otto-Braun-Straße unterwegs, erzählen die Mitarbeiter vom „Team Alexanderplatz“. Zweimal pro Schicht werden die Papierkörbe geleert, die Kehrmaschine ist oft im Einsatz. Das Resultat lässt sich sehen. Weder Abfälle noch Papier sind zu finden.

Die Berliner CDU begrüßte am Sonntag noch einmal ausdrücklich, „dass die BSR die Bezirke bei der Reinigung von Grünflächen in den nächsten zwei Jahren unterstützt“. Generalsekretär Kai Wegner sagte: „Saubere und gepflegte Grünflächen sind Teil eines starken Berlins. Sie erhöhen Attraktivität, Lebensqualität und nicht zuletzt auch das subjektive Sicherheitsgefühl in unserer Stadt.“

Eine erste Veränderung haben auch die Besucher im Görlitzer Park bemerkt. Manche liegen auf Picknickdecken oder sitzen auf mitgebrachten Stühlen. Andere spazieren durch den Park oder suchen Abkühlung im Schatten – ein gewöhnlicher Sonntag im Görlitzer Park. Wären da nicht die neongrünen Mülltonnen und die leuchtenden Mülleimer, auf die man alle paar Meter stößt.

Vorher blieb der Müll vom Vortag einfach liegen

„Das ist wirklich auffällig, wie viele Entsorgungsmöglichkeiten es auf einmal gibt“, sagt Yassin M. Er ist mit seiner Familie im Park. Heute soll gegrillt werden. Es ist das erste Mal seit drei Wochen, dass er Zeit findet, hier zu entspannen, erzählt der 51-Jährige. Schon beim Betreten des Parks sei ihm aufgefallen, wie sauber er ist. Hier und da lägen zwar ein paar Zigarettenstummel, vereinzelnd sehe man kleine Glasscherben oder Verpackungsreste. Im Großen und Ganzen sei die Anlage aber auffällig sauber, vor allem an einem Sonntag.

„Früher habe ich oft erlebt, dass der Müll vom Vortag einfach liegen blieb, dann musste man sich den Platz zum Grillen selber frei räumen“, so Yassin M. Heute streifen die BSR-Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen durch den Park und sammeln den Müll mit Greifzangen auf. Auch die Mülltonnen seien in den paar Stunden, in denen die Familie im Park entspannt, bereits zweimal geleert worden. „Was aber noch wirklich fehlt“, ergänzt Yassins Schwägerin, „sind öffentliche Toiletten.“

Ein paar Meter weiter liegen die Freunde Jens und Peter auf einer Decke. „Das Erste, was ich gedacht habe“, erzählt Jens, „ist, dass die armen Jungs von der BSR auch am Sonntag arbeiten müssen.“ Schon ein paar Mal seien sie durchgegangen. Die beiden Berliner kommen regelmäßig in den Park – jetzt in einen saubereren als vorher.