Baden in Berlin

Badeseen in Berlin und Brandenburg: Abtauchen leicht gemacht

Die Karte der Berliner Morgenpost zeigt, wo der Sprung ins kühle Nass unter freiem Himmel problemlos möglich ist.

Planschen ist in Berlin dank ausgezeichneter Wasserqualität an vielen Stellen möglich

Planschen ist in Berlin dank ausgezeichneter Wasserqualität an vielen Stellen möglich

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Den Berlinern steht ein Wochenende mit viel Sonnenschein und warmen Temperaturen bevor – beste Bedingungen also für einen Badeausflug. Ob im Trubel der Hauptstadt oder lieber an einsam gelegen Buchten in den Brandenburger Wäldern: Angesichts von rund 3000 Seen in Berlin und Brandenburg ist für jeden Geschmack das Richtige dabei. Dabei ist es oft gar nicht notwendig, lange und komplizierte Anfahrtswege zum Wunschsee einzuplanen.

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Mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Auto, mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß sind viele der 39 offiziellen Badestellen im Berliner Stadtgebiet und weitere 250 an den Brandenburger Seen gut zu erreichen. Die Karte der Berliner Morgenpost zeigt, wo der Sprung ins kühle Nass unter freiem Himmel pro­blemlos möglich ist. Dabei zeigen wir ausschließlich die offiziellen Badestellen. Seen oder Uferbereiche, die nicht offiziell zum Baden freigegeben sind, haben wir nicht aufgeführt, denn dort ist das Baden, etwa aufgrund gefährlicher Strömungen oder mangelnder Wasserqualität häufig verboten oder aus anderen Gründen nicht empfehlenswert. Zudem wird nur an den offiziellen Badestellen regelmäßig untersucht, wie es um die Wassergüte bestellt ist.

Die große Karte der Badestellen in Berlin und Brandenburg

Bei Starkregen verschlechtert sich die Wasserqualität

„Die bisher in dieser Badesaison erhobenen Messwerte weisen an allen ausgewiesenen Badestellen auf eine ausgezeichnete Badegewässerqualität hin“, sagt Silvia Kostner, Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin. Grundsätzlich werden in einem 14-tägigen Turnus Proben aller Berliner Badestellen entnommen.

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„Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass die Badegewässerqualität auch erhalten bleibt“, appelliert die Lageso-Sprecherin. Bei den Probenahmen seinen bereits vereinzelt Mängel zur „Uferhygiene“ festgestellt worden, wie es im Behördendeutsch heißt. Im Klartext: Die Besucher haben zu viel Müll hinterlassen. Doch es gibt noch weitere Faktoren, die sich auf die Wasserqualität auswirken. So können starke Regenfälle Schmutz und Schadstoffe in die Seen und Flüsse spülen.

So wird etwa der Badebereich der oberen Unterhavel insbesondere nach Starkregen durch die Innenstadt-Spree beeinflusst. Fällt in kurzer Zeit viel Regen, laufen Trenn- und Mischwasserkanalisation über und auch vom Klärwerk gibt es entsprechende Einleitungen. Die Mehrzahl der Gewässer befindet sich aber derzeit im „Klarwasserstadium“, was sich in sehr guten Sichttiefen etwa am Tegeler See, Großen Müggelsee, Krumme Lanke, Groß Glienicker See oder Heiligensee widerspiegelt. Selbst die Badestellen an den nährstoffreicheren Dahme-Gewässern weisen gute Sichttiefen zwischen einem und anderthalb Metern auf.

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Fast alle Seen sind "ausgezeichnet"

Eine sehr gute Wasserqualität wurde den Berliner und Brandenburger Flüssen und Seen kürzlich auch von der Europäischen Umweltagentur EEA bestätigt. In dem Ende Mai veröffentlichten Badegewässerreport, der Daten von 2015 auswertete, schnitten 22 von 23 gelisteten Berliner Badestellen mit der Bestnote „ausgezeichnet“ ab. Lediglich eine Badestelle erhielt nur die Note „gut“: die Kleine Badewiese an der Unterhavel. Sie verbesserte sich damit jedoch im Vergleich zu den Vorjahren. Bei allen anderen Berliner Seen im Report blieb das Ergebnis unverändert.

Während vor 100 Jahren auch im Stadtzentrum zahlreiche Flussbadeanstalten zum Schwimmen in der Spree einluden, ist dies aufgrund der Gewässerqualität und der Ausweisung als Wasserstraße derzeit noch nicht wieder möglich. Doch schon in wenigen Jahren soll sich das ändern. Die Initiative „Flussbad Berlin“ will den Spreekanal entlang der Museumsinsel bis 2025 zur schönsten Badeanstalt der Welt machen.

Derzeit wird auch für den Bereich des Rummelsburger Sees, wie die Spreebucht zwischen Friedrichshain und Lichtenberg heißt, ein Sanierungskonzept erarbeitet. „Das Problem ist nicht die Wasserqualität, sondern der Seegrund“, so Martin Pallgen, Sprecher von Umweltsenator Andreas Geisel (SPD). Jahrzehntelang waren hier Industriebetriebe angesiedelt – und haben ihre Altlasten auch im Schlick zurückgelassen. Am Westufer wurde deshalb ein kleines Probefeld mit Filtern und einer mineralischen Abdeckung angelegt. Diese soll das Aufwirbeln des Schlamms verhindern. „All das wird zu einer Verbesserung führen, so dass dort in 20 Jahren bestimmt wieder bedenkenlos gebadet werden kann“, sagte Behördensprecher Pallgen.

Beachtliches Angebot an Naturbadestellen

Auch ohne diese Zukunftsprojekte ist das Angebot an Naturbadestellen in und um Berlin beachtlich. Da gibt es Uferbereiche, die wie Freibäder bewirtschaftet werden. Dort kostet der Besuch dann Eintritt. Dafür werden aber neben Duschen und Toiletten auch Spielplätze sowie Nichtschwimmerbereiche unter der Aufsicht eines Bademeisters geboten. Diesen Service bieten etwa die Strandbäder Wannsee, Wendenschloss oder Weißensee. Daneben gibt es aber auch viele wilde Badestellen in Berlin, an denen man wenig Komfort, dafür aber sehr viel Natur findet. Oft steht den Badebesuchern lediglich ein Toilettencontainer zur Verfügung wie etwa an den Grunewaldseen Krumme Lanke und Schlachtensee. An der Bammelecke am Langen See in Grünau gibt es noch nicht einmal das.

Die aktuelle Beurteilung der Badegewässerqualität finden Sie im Internet für Berlin unter www.badegewaesser.berlin.de und für Brandenburg unter www.badestellen.brandenburg.de.

Der Morgenpost-Service zum Baden in Berlin

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