Ausstellung

150.000 Menschen besuchten Luftfahrtmesse ILA

Die Internationale Luft- und Raumfahrtschau hat wieder Zehntausende Besucher nach Schönefeld gelockt.

Ein Airbus A400M hebt ab. Das Transportflugzeug war im Dezember 2014 nach jahrelanger Verzögerung an die Bundeswehr ausgeliefert worden

Ein Airbus A400M hebt ab. Das Transportflugzeug war im Dezember 2014 nach jahrelanger Verzögerung an die Bundeswehr ausgeliefert worden

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Die Menschenschlangen am Eingang der ILA waren so lang, dass die Pforten schon vor der geplanten Öffnung um zehn Uhr aufgingen. Die diesjährige Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) zog am Sonnabend zum Abschluss der Flugshow auf dem Südgelände des Flughafens Schönefeld rund 50.000 Besucher an.

Am zweiten Besuchertag war kurz vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich natürlich der ausgestellte „Siegerflieger“ der Lufthansa ein Publikumserfolg. Durch jene Maschine geführt zu werden, mit der die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor zwei Jahren als Weltmeister aus Brasilien zurückkehrte – dafür nahmen die Besucher auch lange Wartezeiten in Kauf.

Überhaupt war die Schau der Superstars moderner Flugtechnik durchaus mit Strapazen verbunden. Bei drückenden Temperaturen wurde für die Gäste eine vollständige Ausrüstung mit Sonnencreme, dunklen Brillengläsern für den Blick in den Himmel und reichlich Getränken fast ebenso wichtig wie bei einem Flug das Anschnallen.

Wer dennoch eine Pause einlegen wollte, hatte Gelegenheit, sich in den Ausstellungshallen abzukühlen und gleichzeitig Informationen zu sammeln. Das reichte vom Vortrag über die ökologischen Qualitäten der auf der ILA erstmals vorgestellten Lufthansa-Machine A320 neo bis zu grundlegenden Fragen wie: „Warum fliegt ein Flugzeug?“, die ein Schülerworkshop klärte. Auffällig war am Sonnabend die große Zahl von Kindern. Nicht nur Zuschauer, sondern auch viele der 1017 Aussteller, bis hin zu Bundeswehrsoldaten, die an der Schau beteiligt waren, brachten ihren Nachwuchs mit.

Im Freien sahen die Besucher, unter denen viele Gäste aus Polen waren, im Himmel über dem einstigen Brennpunkt des Kalten Krieges eine harmonische Flugschau von Militärs aus Ost und West. Auf dem Programm standen etwa Flüge der Mil Mi-24 Hind aus Tschechien, der Mikojan-Gurewitsch MiG-29 aus Polen, der AugustaWestland Wildcat HMA2 der Royal Navy aus England und der B-52 der US Air Force. Die Bundeswehr als größter Einzelaussteller der ILA zeigte unter anderem den strategischen Lufttransport mit einem Airbus A400M.

Statt sechs gab es 2016 nur vier ILA-Tage für Fachpublikum und Fans. Insgesamt zählte man rund 150.000 Besucher. Die Messe zeigte sich zufrieden. Zur sechstägigen ILA seien zuletzt 220.000 Gäste gekommen.

Bei aller Begeisterung für das Ereignis gab es allerdings vereinzelt auch Kritik. Auf Facebook etwa meldete sich Anwohnerin Claudia zu Wort und beklagte sich über den Lärm. „Mag vielleicht ‘ne tolle Show sein, aber für mich als Anwohner ist es der Horror“, schrieb sie aufgebracht. Trostversuche anderer Facebook-Teilnehmer am Sonnabend: Die ILA finde doch nur alle zwei Jahre statt – und: „Du hast es ja bald geschafft.“