Tierheim-Bilanz

Dieses Jahr schon knapp 2000 Tiere in Berlin ausgesetzt

Wenn die Urlaubszeit naht, werden vermehrt Haustiere aufgegriffen. Insgesamt ist die Zahl der ausgesetzten Tiere aber zurückgegangen.

So bitte nicht: Ein Hunde-Besitzer hat sein Tier an einen Pfahl gebunden und überlässt es seinem Schicksal

So bitte nicht: Ein Hunde-Besitzer hat sein Tier an einen Pfahl gebunden und überlässt es seinem Schicksal

Foto: Paul Zinken / dpa

Wenn die Berliner verreisen, wird es voll im Berliner Tierheim: Während der Ferienmonate liegt die Zahl der aufgegriffenen Tiere bis zu 25 Prozent höher als normal. „Dieser Trend ist ungebrochen“, erklärte ein Tierheim-Mitarbeiter auf Anfrage. Selbst die Winterferien seien davon inzwischen nicht mehr ausgenommen.

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Insgesamt ist die Zahl der registrierten ausgesetzten Haustiere in den vergangenen Jahren jedoch spürbar zurückgegangen. Lag die Zahl der Berliner Fundtiere in den Jahren 2011 und 2012 jeweils noch bei rund 9500 Tieren, so waren es 2015 nur noch gut 6000. Das geht aus einer Statistik des Tierheims hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

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Trotz dieses Rückgangs ist die Unterbringung dieser Tiere in den Sommermonaten noch immer eines der größten Probleme. Ausgesetzt werden allen voran Katzen, Hunde und Nagetiere.

Wie lässt sich die Entwicklung erklären? Die Möglichkeiten, ein Haustier während der Ferien unterzubringen, haben sich verbessert, vermutet man im Tierheim. In sozialen Medien fänden Besitzer zum Beispiel andere Tierfreunde, die bei der Betreuung aushelfen. Auch das Tierheim selbst bringt mit einer Online-Datenbank Tiersitter sowie Herrchen und Frauchen zusammen.

Aussetzen hat meist finanzielle Gründe

Wenn ein Tier ausgesetzt wird, habe das meist finanzielle oder organisatorische Gründe: „Die Unterbringung von Hund und Co. kostet Geld und das ist bei vielen im Budget nicht mehr drin“, heißt es im Tierheim. Oder das Tier sei so anspruchsvoll, dass kein adäquater Platz in einer Tierpension gefunden werde.

In diesem Jahr hat das Tierheim von Januar bis Ende Mai 1968 Fundtiere erfasst. In die Hunderte gehen die Fälle bei Katzen (782), Hunden (383) und Nagetieren (239). Vergleichsweise selten sind dagegen ausgesetzte Schlangen (45), Reptilien (18) und Huftiere (4).

Sogar Raubtiere, die sich Menschen auf dubiosen Wegen beschaffen, tauchen alljährlich in den Tierheim-Statistiken auf. 2015 waren es 10 Tiere - das sind weniger als halb so viele wie noch 2011.