Bäderbetriebe

Berlin sucht bundesweit Bademeister

Badespaß im Stufenplan: Noch haben nicht alle Frei- und Sommerbäder geöffnet. Den Bäderbetrieben fehlen Fachkräfte für den Beckenrand.

Das Prinzenbad Kreuzberg ist bereits seit dem 7. Mai geöffnet

Das Prinzenbad Kreuzberg ist bereits seit dem 7. Mai geöffnet

Foto: Marion Hunger

Die Sommerhitze ist da. Bei Temperaturen von fast 30 Grad ist am Wochenende mit einem Ansturm in den Frei- und Sommerbädern zu rechnen. Die meisten haben bereits geöffnet. Aber noch nicht alle. Ab 9. Juni kann man wieder im Sommerbad am Insulaner schwimmen gehen. Das Olympiabad geht erst am 1. Juli wieder an den Start. Es ist im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für 3,75 Millionen Euro saniert worden.

Eine neue Badewassertechnik sei installiert worden, teilte die Landesbehörde am Freitag mit. Das 50 Meter lange Schwimmerbecken und das 20 Meter lange Sprungbecken haben eine komplette Edelstahlverkleidung bekommen. 45 Tonnen Edelstahl wurden verwendet. „Das Bad ist uns gerade übergeben worden“, sagte Andreas Scholz-Fleischmann, Vorstandschef der Berliner Bäderbetriebe, am Freitag. „Wir nutzen die Zeit bis Juli für die Vorbereitung.“

Sommerbäder können nicht alle gleichzeitig öffnen

Auch das Sommerbad Staaken-West und das Strandbad Tegel sind noch geschlossen. Ihre Eröffnung sei für Anfang Juli geplant, so Scholz-Fleischmann. Beide würden vor allem in den Schulferien stark besucht, seien aber außerhalb dieser Zeit nicht so frequentiert wie andere Einrichtungen. „Sie liegen sehr peripher. Es gibt Gäste, die gern dorthin gehen, aber es sind nicht sehr viele.“

Die Sommerbäder könnten nicht alle gleichzeitig eröffnen, so Scholz-Fleischmann, „weil wir immer Personal brauchen, um die Öffnung vorzubereiten. Diese Bäder sind fast ein Dreivierteljahr geschlossen, also ist viel zu tun.“ Technik werde überarbeitet, Wasserproben seien zu nehmen. „Dafür brauchen wir Mitarbeiter, die aus den Hallenbädern kommen.“ Deshalb gebe es einen abgestimmten Stufenplan.

Man sei knapp, was das Personal angehe, so der Vorstandschef weiter. „Wir stellen jetzt zehn Mitarbeiter ein.“ Außerdem sollen die Auszubildenden nach erfolgreicher Prüfung übernommen werden. Für die Aufsicht in den Bädern sollen zudem weitere Fachkräfte eingestellt werden. „Das Abgeordnetenhaus stellt uns Geld für insgesamt 25 zusätzliche Stellen zur Verfügung.“

25 neue Stellen sind zu besetzen

Ob man tatsächlich so viele neue Bademeister bekomme, sei fraglich. „Der Arbeitsmarkt ist nicht sehr ergiebig. Wenn man eine Anzeige schaltet, kriegt man nicht gleich 20 oder 30 Bewerbungen. Wir suchen bundesweit.“ Am Beckenrand brauche man mindestens eine Fachkraft mit dreijähriger Ausbildung, in größeren Bädern auch zwei oder drei. Zusätzlich seien Rettungsschwimmer im Einsatz, „um sicherzustellen, dass nichts passiert.“

An diesem Wochenende will auch der Bäderchef das schöne Wetter nutzen und schwimmen gehen. Auch deshalb, weil ihn das Thema „überfüllte Bäder“ beschäftigt. Es komme vor, dass ein Bad geschlossen werden müsse, weil es zu voll sei, sagte Andreas Scholz-Fleischmann.

Das war an einem Nachmittag Ende Mai im Prinzenbad der Fall. „Dann müssen weitere Gäste draußen warten, bis wieder jemand geht“, so der Vorstandschef. Doch diese Schließung sei eine Entscheidung des Bad-Leiters, der für die Sicherheit in der Anlage zuständig sei. „Das ist von der Situation abhängig. Es gibt keine feste Besucherzahl als Vorgabe.“