Kreuzberg

Rettung in Sicht: Möckernkiez-Projekt soll realisiert werden

Der Vorstand der Kreuzberger Wohnungsbau-Genossenschaft hat am Dienstag die Details zu Finanzierung und Weiterbau bekanntgegeben.

Die Visualisierung zeigt, wie es im neuen  Möckernkiez der gleichnamigen Genossenschaft einmal aussehen soll

Die Visualisierung zeigt, wie es im neuen Möckernkiez der gleichnamigen Genossenschaft einmal aussehen soll

Foto: Möckernkiez e.G.

Die lange Zitterpartie hat ein Ende: Die Finanzierung der Kreuzberger Möckernkiez Genossenschaft ist auf den letzten Meter doch noch gesichert. "Wir haben die mündliche Zusage einer Bank und rechnen mit der schriftlichen Bestätigung im Laufe des Tages", antwortete Vorstand Franz Nitzsche am Montag auf Nachfrage der Berliner Morgenpost. Wenige Stunden später schon schickte der Vorstand eine Pressemitteilung mit der Überschrift „Möckernkiez eG hat Finanzierungszusage und nimmt Bautätigkeit wieder auf!“.

In der Mitteilung wird auch Vorstandsmitglied Karoline Scharpf zitiert: „Damit kann der Generalunternehmer die Bautätigkeit kurzfristig schon im Juni wieder aufnehmen.“. Wie berichtet, herrscht bereits seit Herbst 2014 Baustopp auf dem drei Hektar großen Areal zwischen Yorck- und Möckernstraße am Gleisdreieckpark.

Von den zuletzt 14 geplanten Wohnhäusern mit 471 Wohnungen stehen bislang nur vier Rohbauten. Allein die Sicherung der Gebäudeteile und der Baustelle kostet seither jeden Monat 45.000 Euro. Die Genossenschaft hatte das Filetgrundstück in Kreuzberg 2010 noch aus Eigenmitteln erworben und dann 2014 ohne Finanzierungssicherung mit dem Bau begonnen.

Die Vergaberichtlinien mussten verändert werden

Als das Geld dann nicht mehr reichte, mussten die Bauarbeiten eingestellt werden. Der Vorstand wurde ausgewechselt. Der Immoblienfachmann Frank Nitzsche und die Architektin Karoline Scharpf stehen seit Januar 2015 in der Verantwortung.

Unter ihrer Ägíde wurden dann auch die Vergaberichtlinien modifiziert. Mittlerweile müssen die Genossenschaftler zwei Anteile je 500 Euro und pro Quadratmeter eine Einlage von jeweils 920 Euro zeichnen. Hinzu kommen unterdessen erhöhte Nettokaltmieten von durchschnittlich 11,08 Euro pro Quadratmeter.

Je nach Standort, Ausrichtung und Stockwerk liegen die Quadratmeterpreise zwischen 8,62 (Blockrandbebauung direkt an der Yorckstraße) und 13,04 Euro (Dachgeschoss am Gleisdreieckpark mit Blick zum Potsdamer Platz). Betriebskosten von mindestens 2,20 Euro pro Quadratmeter hinzugerechnet, ergibt das bislang eine Durchschnittsmiete von 13,28 Euro.

79 Wohnungen und sechs Studio-WG’s stehen noch zur Verfügung

Bislang stehen nach Angaben der Genossenschaft noch 79 Wohnungen sowie sechs Studio-WG‘s mit je vier Wohneinheiten für die Bewerbung von Mitgliedern oder neuen Wohnungsinteressenten zur Verfügung.

Die lange unsichere Finanzierung wird jetzt von einem Konsortium aus zwei Banken übernommen, unter denen nach Angaben des Vorstands sich kein in Berlin ansässiges Kreditinstitut befindet. Nach Angaben der Genossenschaft erfolgt die Fremdfinanzierung neben einem knappen Drittel Eigenkapital durch einen Mix von Bankdarlehen, zinsgünstigen KfW-Förderdarlehen, Nachrangdarlehen und Förderdarlehen von Mitgliedern der Genossenschaft.