Grundeinkommen

Riesiges Plakat auf der Straße des 17. Juni ausgelegt

Bürgerinitiativen haben am Sonntag ein 450 Meter langes Plakat zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor ausgelegt.

Bürgerinitiativen haben am Sonntag auf der Straße des 17. Juni ein riesiges Plakat ausgelegt.

Bürgerinitiativen haben am Sonntag auf der Straße des 17. Juni ein riesiges Plakat ausgelegt.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Jeden Monat eine gewisse Summe Geld vom Staat bekommen, egal ob als Top-Manager oder Arbeitsloser: Um die Debatte über ein bedingungsloses Grundeinkommen auch in Deutschland anzufachen, haben Verfechter der Idee im Herzen Berlins einen mehr als 400 Meter langen Schriftzug ausgerollt. Auf der Straße des 17. Juni zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor war am Sonntag für mehrere Stunden zu lesen: "What would you do if your income were taken care of?" ("Was würdest du tun, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?"). Für die Initiatoren ist das die "größte Frage der Welt".

In der Schweiz können Bürger in einer Woche über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens entscheiden. In diesem Kontext wolle man das Thema auch in Deutschland prominenter in Szene setzen, sagte der Mitinitiator der Schweizer Volksinitiative, Philip Kovce. Die Buchstaben stammen aus einem mehr als 8000 Quadratmeter großen und sieben Tonnen schweren Poster, mit dem die Aktivisten Mitte Mai in Genf einen Guinness-Weltrekord aufstellten. Es wurde mittels Crowdfunding finanziert. Aus der Plane sollen nun unter anderem Taschen hergestellt werden.

Hinter der Aktion in Berlin steht unter anderem die Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen (BbG) sowie Organisationen, die sich für die Einführung bundesweiter Volksabstimmungen auch in Deutschland einsetzen.

Nach den Vorstellungen der Initiatoren in der Schweiz würde ein bedingungsloses Grundeinkommen jedem Einwohner monatlich gezahlt, im Gegenzug sollen Renten-, Sozialhilfe und Arbeitslosenzahlungen wegfallen. Das Grundeinkommen soll umgerechnet bei knapp 2300 Euro pro Erwachsenem und rund 570 Euro pro Kind liegen. Es soll der ganzen Bevölkerung "ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglichen". Gegner halten das Vorhaben für nicht bezahlbar.

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