Aufbauarbeiten

100 Sendeantennen für kostenfreies WLAN-Netz in Berlin

Acht Jahre später: Bis zur Eröffnung der Fußball-EM sollen die ersten 100 Sendemasten fürs kostenfreie WLAN-Netz installiert sein.

Öffentliches WLAN soll einen ungehinderten, kabel- und kostenlosen Internetzugang in der Innenstadt gewährleisten.

Öffentliches WLAN soll einen ungehinderten, kabel- und kostenlosen Internetzugang in der Innenstadt gewährleisten.

Foto: Oliver Berg / dpa

Diesmal aber wirklich: Bis zur Eröffnung der Fußball-Europameisterschaft am 10. Juni sollen die ersten 100 Sendemasten für das seit Jahren angekündigte kostenfreie WLAN-Netz installiert sein. „Wir werden vor der EM die ersten 100 Sendemasten in Betrieb nehmen, die Aufbauarbeiten laufen bereits“, sagte der Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning, am Dienstag. Vor acht Jahren hatte der Senat einen entsprechenden Beschluss gefasst. Einwände aus verschiedenen Senatsverwaltungen oder des Denkmalschutzes haben den Aufbau eines landeseigenen WLAN-Netzes bislang verhindert. Drei Anläufe sind gescheitert.

Dazu kamen langwierige Verhandlungen zwischen den Beteiligten. „Wir müssen mit jedem Bezirk einen einzelnen Nutzungsvertrag abschließen“, sagt Böhning. Mit vier Bezirken sei das bereits gelungen, hier werden entsprechend die ersten Sendemasten aufgestellt. Wo genau, will Böhning erst verraten, wenn sie in Betrieb genommen werden. Die anderen Funkantennen sollen im Laufe des Jahres folgen. Insgesamt 650 Sendemasten will der Senat in der Innenstadt installieren, zusammen mit bestehenden sogenannten Hotspots soll ein Netz von 2000 Sendemasten entstehen.

Öffentliches WLAN soll einen ungehinderten, kabel- und kostenlosen Internetzugang in der Innenstadt gewährleisten. Beim Berliner Netz ist keine Anmeldung erforderlich, auch andere persönliche Daten werden nicht abgefragt. Nach einer zehnsekündigen Werbeeinspielung steht das Internet kostenfrei zur Verfügung.

BVG und Evangelische Kirche arbeiten an eigenen Hotspots

Wlan steht für „Wireless Local Area Network“, also „kabelloses, lokales Netzwerk“. Entsprechende Angebote bestehen bereits in Heidelberg und im Ruhrgebiet. In Heidelberg ist der Zugang von „Heidelberg4you“ auf 60 Minuten beschränkt, um eine Dauernutzung auszuschließen. In Unna hat die Verwaltung in den Bussen des öffentlichen Nahverkehrs WLAN-Antennen eingerichtet.

Auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) testen derzeit ein WLAN-Angebot auf ihren Bahnhöfen. Nach einem ersten Probelauf im Bahnhof Osloer Straße will die BVG schrittweise ihre U-Bahnhöfe mit freien Internetzugängen ausstatten, derzeit erarbeitet sie ein Finanzierungsmodell. Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo) hat ebenfalls beschlossen, Kirchen mit kostenlosen WLAN-Hotspots auszustatten. Das Angebot mit dem Namen „godspot“ in Anlehnung an das sonst gebräuchliche „hotspot“ wird zunächst in rund 220 Kirchen in Berlin und Brandenburg installiert, darunter in der Französischen Friedrichstadtkirche und in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche.

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Insgesamt müssten nach Angaben der Berliner Verwaltung rund 5000 WLAN-Hotspots aufgebaut werden, damit das Netz innerhalb des S-Bahnringes flächendeckend funktioniert.