Wirtschaftsboom

Berlin erwartet Milliarden mehr Steuern und 50.000 neue Jobs

Jobs, Touristen, Bier: Der Finanzsenator rechnet mit einer Steigerung der Löhne und vier Milliarden mehr Steuereinnahmen.

Bunt leuchten am 18.04.2016 in Berlin im Tiergarten die jungen Blätter der Bäume im Gegenlicht der Frühlingssonne. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Bunt leuchten am 18.04.2016 in Berlin im Tiergarten die jungen Blätter der Bäume im Gegenlicht der Frühlingssonne. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Berlin.  Der anhaltende Wirtschaftsboom wird Berlins Steuereinnahmen in den nächsten Jahren deutlich wachsen lassen. Flossen 2015 noch 18,2 Milliarden Euro aus Steuern und dem Länderfinanzausgleich in die Kassen des Landes, sollen es nach der jüngsten Steuerschätzung 2020 schon 22,2 Milliarden Euro sein. Von dem Zuwachs stammen drei Milliarden aus einem Plus bei den eigenen Einnahmen. Um eine Milliarde legen die Überweisungen aus dem Verteilungsmechanismus zwischen Bund und Ländern sowie zwischen den Ländern zu.

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Allein um eine Milliarde Euro soll sich die Lohnsteuer erhöhen und dann vier Milliarden Euro in die Landeskasse spülen. „Wir rechnen damit, dass die Löhne in der Stadt und die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs steigen“, sagte die Sprecherin der Finanzverwaltung, Eva Henkel. Deshalb werde die fällige Lohnsteuer in jedem Fall deutlich ansteigen: „Die Prognosen sind nicht wagemutig.“

Wachstum von 2,5 Prozent in Berlin

Bundesweit rechnen die Experten mit Wachstumsraten zwischen 1,6 und 1,8 Prozent, für Berlin sagt die Investitionsbank (IBB) für 2016 2,5 Prozent voraus. Die Volkswirte gehen von 50.000 zusätzlichen Jobs in Berlin in diesem Jahr aus.

Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen setzt auch auf ein anhaltendes Plus der Touristenzahlen in Berlin. Aus der Steuer auf Hotelübernachtungen erwartet der Sozialdemokrat nach 42 Millionen Euro 2015 in den kommenden Jahren deutlich mehr Geld. Bis 2020 sollen die Einnahmen aus der sogenannten City Tax auf 54 Millionen oder um fast 30 Prozent wachsen. Bisher kennt die Entwicklung nur eine Richtung: Nach oben. 2015 gab es mit 30 Millionen Übernachtungen einen Rekord. Im ersten Quartal 2016 waren schon wieder 8,1 Prozent mehr Gäste in Berliner Herbergen als im Vorjahr.

Auch Erträge aus Biersteuer steigen

Auf einem anderen Feld rechnet Berlin mit einer Umkehr des Negativtrends. Im Jahr der Fußball-Europameisterschaft und der Olympischen Spiele sollen die Erträge aus der Biersteuer von 13,9 auf 15 Millionen Euro wachsen. Zuletzt waren die Einnahmen aus der Biersteuer in ganz Deutschland ebenso wie der Bierkonsum gesunken. Biertrinker müssen pro halbem Liter je nach Stammwürzegehalt ihrer Sorte rund fünf Cent beim Fiskus abgeben.

Die Zusatzeinnahmen sind für einen im September neu zu wählenden Senat dringend notwendig. Die Ausgaben der Stadt wachsen deutlich. Die Behörden brauchen mehr und besser bezahltes Personal, neue Schulen müssen gebaut, Mieten subventioniert und die Infrastruktur repariert werden.

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