Brandenburg

Eine Million Störe in der Oder ausgesetzt

Störe gelten als ausgestorben. In der Oder sollen sie wieder angesiedelt werden. 1 Millionen Störe wurden dort bereits ausgesetzt.

Michael Trautenhahn hält einen Stör.

Michael Trautenhahn hält einen Stör.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Eine Million Störe sind in den vergangenen zehn Jahren in der Oder ausgesetzt worden. Am Sonnabend entließen Naturschützer etwa 1500 gezüchtete Fische in die Freiheit - von 13 bis 15 Zentimeter großen Babys bis zu Zweijährigen mit einer Länge von 70 bis 80 Zentimetern. Die meisten machten sich sofort auf den Weg Richtung Ostsee.

„Es wurden bereits vor Schweden und Dänemark Störe gesichtet. Sogar bis vor die Küsten Norwegens haben es die ersten Fische geschafft“, sagte der Sprecher der Gesellschaft zur Rettung des Störs, Gerd-Michael Arndt. Fänge von Fischern könnten dies belegen. „Unsere Tiere sind mit einer Art Spaghettifaden markiert. Hieran sind Nummern befestigt, über die die Störe identifiziert werden können“, erklärte Arndt.

Erst mit 15 Jahren geschlechtsreif

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts gilt der Stör in Deutschland als ausgestorben. Die heimischen Arten sind streng geschützt. Fischer setzen die Tiere wieder zurück ins Meer. Zuvor werden sie gewogen, vermessen und meist fotografiert. Die Angaben gehen dann an die Gesellschaft.

„Ein voller Erfolg wird es erst dann, wenn die Störe zum Laichen in die Oder zurückkehren“, sagte Michael Tautenhahn von der Nationalparkverwaltung. Da die Tiere erst im Alter von 15 Jahren geschlechtsreif werden, sind vor 2020/21 keine Störe zum Laichen zu erwarten. „Von daher brauchen wir noch Geduld“, betonte er.

Beim Mecklenburger Landesamt für Landwirtschaft und Fischerei in Born auf dem Darß wird derzeit ein Laichbestand gehalten. „Seit 2010 kommen die Babystöre von dort zu uns“, sagte Tautenhahn. Bei einem Oderfischer in Friedrichsthal und in der Fischaufzuchtstation Blumberger Mühle lernen sie die Oder als Heimatgewässer kennen.

Störe können bis zu 80 Jahre alt werden

Das sei wichtig, damit sie den Weg zum Laichen zurückfinden, erklärt Jörn Gessner von der Gesellschaft. „Sonst stranden sie in ungeeigneten Flüssen oder an unüberwindbaren Staustufen.“

Störe können im ausgewachsenen Stadium mehr als 200 Kilo auf die Waage bringen, 80 Jahre alt und über vier Meter lang werden. Sie werden auch als lebende Fossilien bezeichnet und lebten bereits vor 200 Millionen Jahren.