Berlin

151 Menschen in Berliner Krankenhäusern an Keimen gestorben

Mindestens 151 Menschen starben an den Folgen von Krankenhauskeimen. Es wurden Mängel festgestellt.

In den vergangenen fünf Jahren starben 151 Menschen in Berlin an Krankenhauskeimen

In den vergangenen fünf Jahren starben 151 Menschen in Berlin an Krankenhauskeimen

Foto: Jens Kalaene / picture alliance / ZB

In Berlin sind seit 2011 mindestens 151 Menschen an den Folgen von Krankenhauskeimen gestorben. Wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Sonnabend auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Fraktion im Angeordnetenhaus mitteilte, waren das zehn Prozent der bis April dieses Jahres von Krankenhäusern gemeldeten 1.565 Infektionen mit den Bakterien der Art Staphylococcus aureus.

Diese Bakterien können gegen das Antibiotikum Methicillin und auch die meisten anderen Antibiotika resistent, also unempfindlich, werden und heißen deshalb „Methicillin-resistente Staphylococus aureus“, abgekürzt MRSA. Nach dem Infektionsschutzgesetz besteht keine generelle Meldepflicht für Multiresistente Erreger (MRE). Lediglich Nachweise von MRSA in Blut und Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit müssen seit 2011 gemeldet werden.

Laut aktuellem Krankenhausplan rechnet der Berliner Senat in den kommenden Jahren mit einer Zunahme der MRE-Infektionen. Bakterien der Art Staphylococcus aureus kommen auch auf der Haut vieler gesunder Menschen vor.

Die Überwachung der Krankenhäuser liegt den Angaben zufolge in der Verantwortung der Gesundheitsämter der zwölf Berliner Bezirke. Vorgeschrieben seien jährliche Kontrollen nach Anmeldung, hieß es weiter. In der Vergangenheit wurden besonders Mängel bei „hygienerelevanten Arbeitsabläufen“, bei der Reinigung und Desinfektion, beim Umgang mit Arzneimitteln und Medizinprodukten sowie bauliche Mängel festgestellt.