Asylbewerber

Sozialverwaltung kündigt Betreiber von Flüchtlingsheimen

Wegen Unzuverlässigkeit trennt sich der Senat von einem Betreiber von Flüchtlingsheimen. Drei Notunterkünfte wurden geschlossen.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) hat einem Betreiber von Flüchtlingsunterkünften fristlos gekündigt. Nach Angaben der Senatssozialverwaltung handelt es sich um das in Teltow ansässige Unternehmen L., eine gemeinnützige GmbH. Sie führte vier Notunterkünfte in Sporthallen. Drei Sporthallen wurden am Freitagabend geräumt, die vierte in Alt-Moabit wurde von einem anderen Betreiber übernommen. Bei den drei freigezogenen Turnhallen handelt es sich um die Standorte Am Baltenring und Carola-Neher-Straße in Hellersdorf sowie Straße zum FEZ in Oberschöneweide (Treptow-Köpenick).

Der Kündigung seien etliche Beschwerden vorausgegangen, sagte Regina Kneiding, Sprecherin von Sozialsenator Mario Czaja (CDU), der Berliner Morgenpost. So seien Mängel bei der Hygiene und der Speisenversorgung aufgefallen. Den Ausschlag für die Kündigung habe die Ankündigung der Firma gegeben, Brandwachen und Sicherheitspersonal zu reduzieren. Das sei grob vertragswidrig. Der Betreiber sei unzuverlässig, kritisierte Kneiding. Daraus habe man nun Konsequenzen gezogen. Familien, die in den geräumten Sporthallen gelebt haben, seien in einem Heim der Volkssolidarität aufgenommen worden, die alleinreisenden Männer in der Messehalle 26 am Funkturm, die von der Albatros gGmbH betrieben wird

Fünf von 63 belegten Sporthallen wieder frei

Die drei geräumten Turnhallen in Hellersdorf und Oberschöneweide sollen nach Angaben der Sprecherin nicht erneut belegt werden. Damit sind fünf der 63 Sporthallen, in denen Notunterkünfte für Asylbewerber eingerichtet wurden, wieder frei. Bereits am 9. Mai wurden das Horst-Korber-Sportzentrum und die Rudolf-Harbig-Halle an der Glockentúrmstraße in Charlottenburg freigezogen und die Bewohner in der Messehalle 26 untergebracht.

Sozialsenator Czaja erklärte zu der Kündigung des Heimbetreibers: „Wir mussten uns von dem Betreiber trennen, da es erhebliche Mängel bei der Betreuung der Flüchtlinge gab. Auch die hygienischen Zustände in den Turnhallen ließen es nicht länger zu, mit dem Betreiber zusammenzuarbeiten. Daher haben wir ihm die sofortige Kündigung übergeben.“ Die Maßnahme sei unabhängig vom Freizugsplan der Turnhallen und in Abstimmung mit den betroffenen Bezirken erfolgt. „Dies ist auch ein deutliches Zeichen an alle Betreiber, die bislang glaubten, die frühere Notsituation für sich ausnutzen zu können“, sagte Czaja.