Triebwagen defekt

Panne beim Kulturzug nach Breslau: Fahrgäste mussten stehen

Probleme beim Kulturzug: Verspätung und nur 140 statt 280 Plätze auf der Fahrt nach Breslau. Die Fahrgäste sind sauer.

Der Kulturzug fährt normalerweise planmäßig um 8:31 Uhr los

Der Kulturzug fährt normalerweise planmäßig um 8:31 Uhr los

Böse Panne beim Kulturzug nach Breslau. Weil ein Triebwagen defekt war, ist der Zug am Morgen mit Verspätung und zudem nur mit halbem Platzangebot in Berlin-Lichtenberg abgefahren. Statt 280 Sitzplätzen standen für die rund fünfstündige Fahrt in der Europäische Kulturhauptstadt nur noch 140 Sitzplätze zur Verfügung. „Stehen statt Vergnügen“, twitterten Reisende aus dem überfüllten Zug.

„Uns tut das leid, aber die Triebwagen ist wegen eines technischen Defekts kurzfristig ausgefallen“, bestätigte eine Bahn-Sprecherin den Vorfall. Es habe noch den Versuch gegeben, Busse als Ersatz zu organisieren. Dies sei wegen der Kürze der Zeit aber ohne Erfolg geblieben. Um die Situation nicht noch zu verschärfen, würden Fahrgäste, die in Cottbus zusteigen wollten, mit Großraumtaxis nach Breslau gefahren.

Nur Dieseltriebwagen einsetzbar

Unklar ist derzeit noch, ob der defekte Triebwagen am morgigen Sonntag wieder einsatzbereit ist. Der Zug, in dem es während der Fahrt ein Kulturprogramm gibt, fährt planmäßig um 8.31 Uhr in Berlin-Lichtenberg los und kommt laut Fahrplan um 13.05 Uhr in Wrocław an. Die Rückfahrt erfolgt am Sonntag um 16.29 Uhr (Ankunft in Berlin: 21.35 Uhr).

Der „Kulturzug Berlin-Breslau“ hatte am 30. April Premiere, die zeitweilige Wiederaufnahme der 2014 eingestellten Bahnverbindung erfolgte mit finanzieller Unterstützung der Länder Berlin und Brandenburg. Bis Ende September soll der Zug jeweils an den Wochenenden in das polnische Wrocław fahren. Die Stadt in Niederschlesien ist in diesem Jahr gemeinsam mit dem spanischen San Sebastián Kulturhauptstadt Europas.

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Weil die Strecke nach Breslau zu großen Teilen nicht elektrifiziert ist und zudem durch zwei Länder mit unterschiedlichen Bahnsystemen fährt, kann die Bahntochter DB Regio für die Fahrt nur Dieseltriebwagen einsetzen. Die Züge der Baureihe 628 gelten als robust, sind aber teilweise schon über 30 Jahre im Einsatz.

Ein weiteres Problem für den Kulturzug ist, dass es – mit Ausnahme von Gruppen – keine Platzreservierung gibt. Der Bahnbetreiber kann daher nicht vorab kalkulieren, wie viele Menschen an den jeweiligen Tagen auf dem Bahnsteig stehen und mit wollen. „Wir sind von der großen Nachfrage auch ein wenig überrascht“, räumte die Bahn-Sprecherin ein.