Interview

„Mit meinem Schatz Vitali muss immer Action sein“

Natalia Klitschko ist am Freitag mit ihrem Debütalbum „Naked Soul“ in Hamburg aufgetreten. Die Berliner Morgenpost hat mir ihr gesprochen.

Sängerin Natalia Klitschko posiert tourt momentan durch Deutschland

Sängerin Natalia Klitschko posiert tourt momentan durch Deutschland

Foto: Markus Scholz / picture alliance / dpa

Model, Mutter und Musikerin Natalia Klitschko ist am Freitagabend mit ihrem Debütalbum „Naked Soul“ in Hamburg aufgetreten. Zwei nachfolgende Shows in Berlin und München in der kommenden Woche mussten „aus terminlichen Gründen“ abgesagt werden, Ersatztermine seien jedoch in Planung, sagt sie. Ein Anruf bei der 42-jährigen Ehefrau von Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko.

Berliner Morgenpost: Wo sind Sie gerade?

Natalia Klitschko: Sie erwischen mich zu Hause in Hamburg. Ich sitze ungeschminkt auf meinem Bett. Auch wenn ich heute morgen schon früh aufgestanden bin, die Kinder zur Schule gebracht und Sport gemacht habe.

Sie haben mit Vitali Klitschko drei Kinder im Alter von 16, 13 und elf Jahren und bewegen sich auch aufgrund der Funktion ihres Mannes als Bürgermeister von Kiew zwischen verschiedenen Ländern. Wo findet die Familie ihren Mittelpunkt?

Meistens in Deutschland. Auch wenn mein Mann und ich viel reisen. Letzte Woche war ich in London, in der nächsten geht es kurz in die Ukraine.

Wie viele Momente können Sie tatsächlich gemeinsam erleben?

Ich habe keine Pflicht, als Frau des Bürgermeisters mit ihm in Kiew aufzutreten. Aber als Ehefrau versucht man natürlich schon, immer einen Weg zu finden, sich zu sehen. Wir reisen viel mit ihm mit. Das war aber schon immer so – das kennen wir. Eine Fernbeziehung zu führen haben wir früh gelernt.

Und wie verbringen Sie ihre Zeit am liebsten zusammen?

Wir machen ganz viel Sport. Mit meinem Schatz Vitali muss immer Action sein. Wandern, Fallschirmspringen, Klettern, Kyten, Spaziergänge am Wasser entlang machen – ich brauche Wasser, mehr noch als Berge.

Und die Musik? Was hören Sie, wenn Sie selbst keine machen?

Ein sehr breites Spektrum, Softjazz, Chansons, Pop, ich liebe Adele, Celine Dion oder auch Charles Aznavour.

Ihr Album trägt den Titel „Naked Soul“ und handelt von Liebe und Sehnsucht. Spielt Ihre Heimat, der Maidan, dabei auch eine Rolle?

Mein Album hat absolut nichts mit Politik zu tun. Mein einziges Statement dazu ist, dass ich das Album auf beiden Sprachen geschrieben habe. Ich bin mit Russisch und Ukrainisch aufgewachsen. Aber ansonsten halte ich mich ganz bewusst aus diesem Thema heraus.

Angst, eine falsche Position zu beziehen?

Es gibt genug Künstler, die meinen, stets auch immer eine politische Aussage mit ihren Texten zu verbinden. Ich mache Musik, keine Politik. Das ganz normale Leben ist mittlerweile auf den Maidan zurückgekehrt.

Erst im April ist eine neue Regierung gewählt worden. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte daraufhin betont, wie wichtig Reformen seien, da jederzeit eine erneute Eskalation möglich sei.

Ja, natürlich ist das immer noch spürbar, welche Katastrophe sich hier vor zwei Jahren abgespielt hat. Und ja, man sieht den Krieg noch immer, Trauer ist Thema. Aber das Leben geht weiter.

Ist Ihr Mann bei Ihrer Tour dabei?

Nein. Er wird nicht mitkommen. Aber ehrlich gesagt will ich ihn auch gar nicht dabei haben. Ich will für mein Publikum da sein. Nicht als Frau, nicht als Mutter, nicht als Freundin, sondern rein als Künstlerin.