Morgenpost-Ratgeber

Tiere: Können Hunde nach Ballspielen süchtig werden?

Mischlingsrüde Kenzo hat wie fast alle Hunde Spaß am Apportieren. Wenn er nicht harte und gebissschädigende Gegenstände wie Steine bringen muss, schadet ihm das nicht.

Mischlingsrüde Kenzo hat wie fast alle Hunde Spaß am Apportieren. Wenn er nicht harte und gebissschädigende Gegenstände wie Steine bringen muss, schadet ihm das nicht.

Foto: Daniel Reinhardt / picture alliance / dpa

Ich habe Wurfspiele mit Bällen und Stöckchen immer für die „Klassiker“ unter den Spielen für Hunde gehalten. Aber nun frage ich mich: Kann ein Hund „süchtig“ danach werden? Kann das schädlich sein? Auf welche Spielzeuge sollte ich lieber verzichten?

Andreas Ochs, Tierarzt im Zoo Berlin: Natürlich betreiben Hunde (und nicht nur die) Sachen, die Spaß machen sehr gerne und bisweilen mit einer an Penetranz grenzenden Begeisterung. Da kann dem Herrchen nicht nur der Arm lahm werden, sondern das Mitspielen auch schon mal außerordentlich anstrengend werden. Nun wird aber durch das Ballwurfspiel das (in früheren Zeiten für den Wolf einmal Überlebens-) wichtige Jagdverhalten des Hundes ausgelebt. Er kann den Ball verfolgen, der manchmal wie ein Lebewesen nicht vorhersehbare Richtungen einschlägt, er kann ihn „erlegen“ und wird sogar vom Herrchen noch dafür belohnt, wenn er ihn zurückbringt und freiwillig wieder hergibt.

Eine wirkliche Sucht mit Entzugserscheinungen ist nicht zu befürchten

Klar, dass das in gewisser Weise süchtig macht. Eine Sucht kennzeichnet ja auch immer das Bedürfnis, ständig diesen Glücks- oder Belohnungszustand erreichen zu wollen. Ihr Hund verlebt aber mit Sicherheit auch sehr zufriedene Zeiten, wenn er mal keine Bälle geworfen kriegt. Deshalb ist er nicht süchtig und wird es auch nicht werden. Wenn Sie Ihrem Hund auf keinen Fall harte Gegenstände oder gar Steine werfen, die seine Zähne beschädigen würden, dann wird er das Verfolgungsspiel aber bei jeder sich bietenden Gelegenheit genießen.

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