Kongresszentrum

„Schwangere Auster“ - Berliner Architekturikone wird saniert

Die einstige Berliner Kongresshalle ist in die Jahre gekommen. Jetzt soll sie fit werden für die Zukunft.

Außergewöhnlicher Bau: Das Haus der Kulturen der Welt wurde zur Bauausstellung 1957 vom US-Architekten Hugh Stubbin entworfen

Außergewöhnlicher Bau: Das Haus der Kulturen der Welt wurde zur Bauausstellung 1957 vom US-Architekten Hugh Stubbin entworfen

Foto: fd_rf / picture alliance/ dpa

Die frühere Berliner Kongresshalle, im Volksmund „Schwangere Auster“ genannt, wird denkmalgerecht saniert. Das dort untergebrachte Haus der Kulturen der Welt muss deshalb von September bis Dezember schließen. Nach Pfingsten laufen die Bauarbeiten an. Vor allem das große Auditorium und die sogenannte Studiogalerie sollen für zehn Millionen Euro modernisiert werden.

Das Haus mit dem markant geschwungenen Dach entstand als Beitrag der USA zur internationalen Bauausstellung 1957 in Berlin. Der amerikanische Architekt Hugh Stubbins hatte es zur Zeit des Kalten Kriegs als „Leuchtturm der Freiheit“ nach Osten hin geplant.

1957 erhielt Berlin die Halle als Geschenk der US-Regierung. Seit 1989 ist sie Sitz des damals gegründeten Hauses der Kulturen der Welt. Es betreibt dort ein hochanspruchsvolles internationales Programm mit Theater, Symposien, Konzerten und Ausstellungen. Pro Jahr kommen rund 150 000 vor allem junge Besucher.

Nach einem Entwurf des Hamburger Architekturbüros DFZ Architekten soll nun das große Auditorium eine neue Akustik bekommen. Zudem gibt es eine variable Bestuhlung und eine dreifach größenverstellbare Bühne. Auch die Studiogalerie soll für neue technische Spielmöglichkeiten gerüstet werden. Die bereits laufende Dachsanierung ist nach Angaben einer Sprecherin fast abgeschlossen.

Schon 2006 war das denkmalgeschützte Haus in der Nähe des Kanzleramts teilweise saniert worden. Damals gab es vor allem eine neue Klima- und Lüftungsanlage. In einem dritten Schritt ist voraussichtlich für 2019/2020 ein Erweiterungsbau geplant, um die seit 20 Jahren bestehenden Containerbüros im Hof abzulösen.

Das Sommerprogramm findet wegen der am Dienstag anlaufenden Arbeiten auf der Dachterrasse und im Restaurant statt. Ab September sind die Veranstalter mit Projekten in Berlin, Hamburg, München und New York unterwegs. Im Januar soll das Haus wiedereröffnet werden.