Nebeneinkünfte

Land Berlin hat weniger Einnahmen aus Erbschaften

Wenn kein Erbe ermittelt werden kann, kommt das Land Berlin zum Zug. Doch die Einnahmen aus Erbschaften waren schon mal höher.

Testament

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Foto: Jens Büttner / dpa

Gibt es keinen Erben, erbt das Land. Berlin nimmt so jedes Jahr Summen in Millionenhöhe ein. Doch die Einkünfte aus sogenannten Fiskalerbschaften sind rückläufig, wie Daten der Finanzverwaltung belegen. Im vergangenen Jahr erbte das Land demnach in 669 Fällen zusammen 3,20 Millionen Euro. Drei Jahre zuvor gab es noch 738 Erbschaften mit Einnahmen von 4,34 Millionen Euro.

Fiskalerbschaften fallen dem Land zu, wenn sonst kein Erbe ermittelt werden kann. In den vergangenen fünf Jahren summierten sich die Einnahmen aus 3493 Fällen laut Finanzverwaltung auf 16,32 Millionen Euro. Dabei erbt das Land nicht nur Barvermögen, sondern auch Häuser, Wohnungen oder Grundstücke.

Immobilien werden meist verkauft. „Wertgegenstände wie Schmuck, Kunstwerke oder kostbare Möbel werden in der Regel durch ein Auktionshaus versteigert“, sagte Finanzverwaltungs-Sprecher Jens Metzger. Bedeutende Kunstwerke würden den Berliner Museen zu Ausstellungszwecken geliehen.

Gelegentlich enthalten die Nachlässe auch Urheberrechte von Schriftstellern, Regisseuren oder Komponisten. So erbte Berlin die Urheberrechte von Thea von Harbou, die unter anderem das Drehbuch des Stummfilms „Metropolis“ schrieb. 2010 hinterließ ein Synchronsprecher zwar Schulden, aber auch die Rechte an seiner Stimme. Der Mann lieh in Hörspielen „Benjamin Blümchen“ seine Stimme und war auch in „Bibi Blocksberg“ als Synchronsprecher tätig.

Der Staat kommt jedoch erst dann zum Zug, wenn ein Nachlassgericht festgestellt hat, dass es sonst keine Erben gibt. Das kann einige Monate dauern. Außerdem haben Erben 30 Jahre lang das Recht, auf ihr Erbe zurückzugreifen. Wurde beispielsweise ihr Haus schon verkauft, erhalten sie den Erlös.

In den vergangenen Jahren habe allerdings „vor allem die Zahl der vermögenslosen und überschuldeten Nachlässe zugenommen“, sagte Metzger. Denn der Staat muss auch einspringen, wenn ein Erbe wegen Überschuldung ausgeschlagen wird. Das kommt Berlin aber nicht teuer zu stehen. Denn das Land kann nur Vermögen erben, nicht aber Schulden.