Morgenpost-Ratgeber

Verbraucher: Wie muss Fleischersatz gekennzeichnet sein?

Wenn die vegetarischen Produkte im Regal neben den Fleischprodukten stehen, kann sich der Verbraucher schon mal vertun und das Alternativprodukt für das Fleisch-Original halten

Wenn die vegetarischen Produkte im Regal neben den Fleischprodukten stehen, kann sich der Verbraucher schon mal vertun und das Alternativprodukt für das Fleisch-Original halten

Foto: dpa Picture-Alliance / Monique Wüstenhagen / picture alliance / dpa Themendie

VERBRAUCHER – Der eine oder andere hat es vielleicht schon einmal erlebt: Man kauft sich im Supermarkt einen Fleischsalat – dachte man zumindest. Aber zu Hause stellt sich heraus: Es handelt sich tatsächlich um einen „Veggie Fleischsalat“ mit Fleischersatz. Müsste dies auf der Verpackung nicht deutlicher gekennzeichnet sein?

Eva Bell, Vorstand der Verbraucherzentrale Berlin, gibt Auskunft: „Alternativprodukte ohne Fleisch boomen und damit wächst auch das Sortiment dieser Produkte. Während Vegetarier, Veganer und Flexitarier – Menschen, die ihren Fleischverzehr bewusst einschränken – von dieser Entwicklung profitieren, führen die neuen Angebote auch zu Verwirrung bei Verbrauchern.

Die Hinweise auf den Verpackungen der Alternativprodukte, dass es sich um fleischfreie, vegetarische oder vegane Varianten handelt, sind nicht für jedermann eindeutig und klar erkennbar. Auch die Tatsache dass etwa vegetarische Frikadellen oder Würstchen auf Sojaproteinbasis im Supermarkt häufig inmitten der fleischhaltigen Originale platziert werden, trägt nicht zu einer besseren Orientierung bei.

Auf der Vorderseite der Packung muss ein Hinweis auf die vegetarische Herkunft stehen

Gesetzlich geregelt ist, dass bei der Verwendung von Lebensmittel-Imitaten der ersatzweise verwendete Stoff in unmittelbarer Nähe des Produktnamens, und zwar vorn auf der Verpackung und nicht auf der Rückseite oder gar nur im Zutatenverzeichnis, angegeben werden muss.

Produkte wie „Veggie Geflügelsalat“, „vegetarischer Schinken Spicker Mortadella“ oder „vegetarische Fleischwurst“, die einen Fleischanteil andeuten, müssten daher einen deutlichen Hinweis auf das Alternativprodukt aus Soja, Weizen- oder Hühnereiweiß auf der Vorderseite enthalten. Die Verbraucherzentrale fordert, dass sich Lebensmittelhersteller an die Lebensmittelinformationsordnung halten und ihre Produkte klar kennzeichnen. Zusätzlich wäre in den Supermärkten eine klare Kenntlichmachung am Regal sowie Abgrenzung zu den fleischhaltigen „Originalen“ hilfreich. Damit könnten sich Verbraucher bewusst entscheiden: Fleisch – ja oder nein?

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