Kuriose Idee

Ein Berliner bessert Gebäude mit Legosteinen aus

Der Berliner Künstler Jan Vormann ist durch „Dispatchwork“ weltweit bekannt geworden. Die Idee: Gebäude mit Lego-Steinen ausbessern.

Auch in Kroatien hat der Berliner Künstler Mauerlöcher mit Lego-Steinen aufgefüllt.

Auch in Kroatien hat der Berliner Künstler Mauerlöcher mit Lego-Steinen aufgefüllt.

Foto: Sanjin Strukic/PIXSELL / picture alliance / PIXSELL

Zerfallene Gebäude mit Legosteinen ausbessern - da ist die Idee von Jan Vormann, „Dispatchwork“ genannt. Der Berliner Künstler begann 2007 während des Italienischen Kunstfestivals „Arte In Sabina“ damit, Löcher in Mauern mit Legosteinen zu stopfen. Mittlerweile hat er Bauwerke in Städten wie Madrid, Mexiko-Stadt und Budapest ausgebessert.

„Die meiste Zeit versuche ich Orte zu finden, die einen geschichtlichen Hintergrund oder eine politische Bedeutung haben“, sagte Jan Vormann im Interview mit dem Kunstmagazin „Hi Fructose“. Mit seinem Projekt wolle er unbekannte Städte und Menschen kennenlernen, ein Zeichen setzen, oder einfach die Nachricht hinterlassen: „Ich war hier“.

Für ihn sei es wichtig, mit Materialien zu arbeiten, mit denen Menschen etwas positives verbinden würden. Lego sei optimal, da Betrachter die bunten Steine gerne hätten und so mit einer größeren Wahrscheinlichkeit anfangen würden, über das Gebäude nachzudenken.

Der diplomierte Bildhauer aus Berlin bezeichnet sich selbst in Interviews als „überzeugter Anti-Nationalist“, der für eine „gemeinsame globale Kultur“ eintritt.

„Meine Arbeiten sind oft persönliche Kommentare zu aktuellen Geschehnissen oder dienen dazu, die Aufmerksamkeit auf meiner Meinung nach besonders interessante Sachverhalte zu lenken“, sagt er. Seine große Leidenschaft sei jedoch das Reisen – „oder zumindest das Gefühl des Auf-Reise-Seins“.

Mittlerweile hat sein Projekt eine weltweite Anhängerschaft gewonnen. Er ist nicht mehr der Einzige, der Fotos von seiner Lego-Kunst veröffentlicht, sondern Nachahmer in allen Kontinenten setzen seine Idee in eigenen Projekten um.

Ein baldiges Ende seines Projektes sei nicht in Sicht, sagt der Berliner im Interview. „Schon vor einiger Zeit habe ich damit begonnen, ‘Dispatchwork’ in den Mehrspieler-Modus zu überführen. Dem Ganzen ein Ende zu bereiten, erscheint mir daher völlig abwegig.“

Auch andere internationale Künstler arbeiten mit Legosteinen. So auch der Amerikaner Nathan Sawaya, der Kunstwerke aus Millionen von Legosteinen baut. Zu sehen sind seine Werke zum Beispiel in der Ausstellung "The Art of the Brick" in Hamburg.