Morgenpost-Ratgeber

Miete: Darf mir der Vermieter Einsicht in Belege verwehren?

Zu den typischen Leistungen, die Hausverwaltungen in Mietshäusern vornehmen lassen und den Mietern in Rechnung stellen, gehören Reinigungsarbeiten in Haus und Hof

Zu den typischen Leistungen, die Hausverwaltungen in Mietshäusern vornehmen lassen und den Mietern in Rechnung stellen, gehören Reinigungsarbeiten in Haus und Hof

Foto: Rudolf / picture alliance / Arco Images G

MIETE – Im November 2015 erhielt ein Morgenpost-Leser seine Betriebskostenabrechnung für das Jahr 2014 mit dem Vermerk „Für Rückfragen stehen wir Ihnen innerhalb unserer Geschäftszeiten gern zur Verfügung“. Diesbezügliche telefonische Anfragen blieben leider ohne Erfolg. Im Dezember 2015 hat er seine Verwaltung schriftlich um Einsichtnahme der Unterlagen für die Abrechnung 2014 gebeten. Auch darauf erhielt er keine Antwort. Wie kann er nun zukünftig vorgehen, damit ihm die Einsichtnahme ermöglicht wird?

Reiner Wild, der Vorsitzende des Mietervereins Berlin, antwortet: Der Vermieter muss dem Mieter nach einer Betriebskostenabrechnung Einsicht in die Belege ermöglichen. Eine Verpflichtung zur Übersendung von Kopien der Belege auch gegen Kopierkostenerstattung besteht hingegen nicht, wenn dem Mieter ein Besuch in den Räumen des Vermieters zuzumuten ist.

Im konkreten Fall scheint sich der Vermieter beziehungsweise seine Hausverwaltung weigern zu wollen. Daher sollte schriftlich eine Terminanforderung gestellt und unter Zeugen beim Vermieter abgegeben oder in dessen Briefkasten gesteckt werden. Solange der Vermieter die Einsicht in die Originalbelege verweigert, braucht der Mieter eine geforderte Nachzahlung nicht zu leisten. Das haben diverse Gerichte entschieden.