Flüchtlinge

Erste zwei Sporthallen für die Sanierung geräumt

Mehr als 500 Flüchtlinge sind aus dem Leistungszentrum in Westend ausgezogen. Jetzt müssen die Gebäude begutachtet werden.

Albatros-Mitarbeiterin Alena Engelhard im Horst-Korber-Sportzentrum, das acht Monate lang als Notunterkunft für Flüchtlinge diente

Albatros-Mitarbeiterin Alena Engelhard im Horst-Korber-Sportzentrum, das acht Monate lang als Notunterkunft für Flüchtlinge diente

Foto: Christian Kielmann

Noch in diesem Monat sollen die ersten der 63 mit Flüchtlingen belegten Turnhallen wieder frei gezogen werden. Das sehen die Pläne des Senats vor. Den Anfang machten am Montagvormittag die beiden Leistungszentren des Landessportbundes (LSB) auf dem Olympiagelände an der Glockenturmstraße 1, 3 und 5 in Westend. Mehr als 500 Flüchtlinge sind aus den Hallen des Horst-Korber-Zentrums und aus der Rudolf-Harbig-Halle ausgezogen. Mit Bussen wurden sie zu ihrer neuen Unterkunft gebracht, der Halle 26 auf dem Messegelände.

Die beiden Sporthallen wurden seit September als Notquartiere für Asylbewerber genutzt. Nun sind die Hallen menschenleer. „Hier in den Hallen wurden ungefähr 35.000 Flüchtlinge registriert und mehr oder weniger lange untergebracht“, sagte Friedrich Kiesinger vom Trägerverein Albatros. „In Hochzeiten haben wir zeitgleich 1300 Menschen aus Syrien, Afghanistan, aus dem Irak und aus Moldawien untergebracht und versorgt.“

In den kommenden Wochen wird es eine Begutachtung der entstandenen Schäden geben. „Es gab keinen Vandalismus“, sagte Kiesinger. „Alle Schäden sind durch unsachgemäße Bedienung entstanden oder durch Abnutzung.“ Duschknöpfe, Toilettenspülungen, Toilettenbrillen und Türen, zählt Albatros-Mitarbeiterin Alena Engelhardt auf. „Für die Masse Menschen, die hier gelebt haben, ist das erstaunlich wenig.“

Angeblich Schäden von 3,7 Millionen Euro

Kiesinger berichtet von einem Gutachten des Landessportbundes, nach dem Schäden in einer Höhe von 3,7 Millionen Euro entstanden seien. „Wir glauben nicht, dass sie so hoch sind“, sagt er. „Wir vermuten, dass sie geringer ausfallen.“ Gewissheit darüber soll ein Gutachten der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) bringen. Wie die Hallenböden aussehen, wird sich erst in einigen Wochen zeigen. Noch sind sie mit Holzplatten und Teppichboden geschützt.

Beim Landessportbund gibt es Befürchtungen, dass die Abfederung des Hallenbodens unter der Dauerlast der Menschen gelitten hat. Der Senat will allen Bezirken für die Hallennutzung zur Beseitigung möglicher Schäden einen „Sanierungsbonus“ von jeweils 100.000 Euro pro Halle mit mehr als 1000 Quadratmeter Nutzfläche und 50.000 Euro für kleinere Hallen zahlen.

In den leeren Hallen im Sportzen­trum stehen derzeit noch unzählige Etagenbetten. Dazwischen liegen haufenweise Decken, Kissen, vereinzelt Spielzeug, Plastiksäcke und Matratzen. Das soll demnächst geräumt werden. Wie Kiesinger vom Verein Albatros sagte, sollen die Hallen nach einem vereinfachten Ausschreibungsverfahren saniert werden. „Meines Wissens sollen die Hallen im Spätsommer oder Frühherbst saniert übergeben werden.“