Berliner unter Verdacht

Sprengsatz in Leipzig gezündet: Haftbefehl gegen Berliner

Ein Berliner soll in Leipzig einen Sprengsatz gezündet haben. In seiner Weddinger Wohnung fand die Polizei weiteres Material.

Ein Bombenexperte der Berliner Polizei betritt das Haus in Wedding in einem Schutzanzug

Ein Bombenexperte der Berliner Polizei betritt das Haus in Wedding in einem Schutzanzug

Foto: Thomas Schröder

Ein Ermittlungsrichter in Leipzig hat am Montagnachmittag Haftbefehl gegen einen 44 Jahre alten Berliner erlassen. Ihm wird vorgeworfen, Sonntag früh gegen vier Uhr in Leipzig einen Werbeträger an einer Haltestelle in der Nähe des Hauptbahnhofes gesprengt zu haben. Der 44-Jährige befindet sich jetzt in Untersuchungshaft.

Die Berliner Polizei hatte am Sonntag in Amtshilfe für die Leipziger Ermittler die Wohnung und Kellerräume des 44-Jährigen am Schillerhof in Wedding durchsucht. „Im Rahmen der Durchsuchungen konnten Beweismittel sichergestellt werden“, sagte Staatsanwältin Jana Friedrich auf Anfrage der Berliner Morgenpost. „Darunter waren auch Substanzen, die der Herstellung von Sprengsätzen dienen können.“ Keine Angaben machte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Leipzig über Art und Menge der gefundenen Substanzen.

Tatverdächtiger redet nicht

Der Beschuldigte habe sich bislang nicht zum Tatvorwurf geäußert, sagte die Sprecherin. Der Mann sei wegen gleichartiger Delikte bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Erscheinung getreten. Angaben zu weiteren Einzelheiten, zum persönlichen Hintergrund des Beschuldigten und zu den Motiven und Hintergründen der Tat wollte die Staatsanwältin im Hinblick auf die noch laufenden Ermittlungen nicht machen.

Die Berliner Polizei hatte am Sontag stundenlang die Wohn- und Kellerräume des Mannes durchsucht. Vorsorglich waren sieben Wohnungen im Vorderhaus sowie fünf Wohnungen in einem Nebenflügel am Schillerhof geräumt worden. Spezialisten des Berliner Landeskriminalamtes hatten nach Angaben der Polizei auch „Stoffe gefunden, die explosiv sein könnten“. Der Einsatz war erst gegen 19.30 Uhr zu Ende.

Die Leipziger Polizei hatte den zerstörten Werbeträger – es soll sich um ein Plakat der Modekette H&M handeln – gegen 4 Uhr im Stadtteil Schönefeld-Abtnaundorf entdeckt. In unmittelbarer Nähe fanden sie ein herrenloses Fahrrad mit einem Rucksack. Darin hatte die Beamtenweitere sprengfähigen Substanzen gefunden. Mit Hilfe eines Fährtenhundes konnte die Polizei den Mann ausfindig machen und festnehmen.