Spandau

Zechkumpan erstochen - dreieinhalb Jahre Haft

Nach einem Trinkgelage hatte ein 47-Jähriger seinen 30 Jahre alten Bekannten umgebracht. Dieser hatte ihn dazu aufgefordert.

Ein 47-jähriger Mann aus Spandau wurde am Montag wegen Tötung auf Verlangen schuldig gesprochen.

Ein 47-jähriger Mann aus Spandau wurde am Montag wegen Tötung auf Verlangen schuldig gesprochen.

Foto: Uli Deck / dpa

Ein 47-Jähriger, der einen Zechkumpan in dessen Wohnung in Spandau erstochen hat, ist zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht in Berlin sprach den geständigen Mann am Montag der Tötung auf Verlangen schuldig.

Im Alkoholrausch habe der 30-jährige Bekannte den Angeklagten aufgefordert, ihn umzubringen. Weil der 47-Jährige ebenfalls stark betrunken war, habe er sich möglicherweise im Irrtum über die Ernsthaftigkeit dieses Verlangens befunden, begründete das Gericht.

Zu dem Vorfall im Oktober 2015 kam es nach tagelanger Trinkgelager, wie der Vorsitzende Richter sagte. Bei den Männern seien fast vier Promille Alkohol im Blut festgestellt worden. Zwar habe der 30-Jährige vom Sterben gesprochen. „Das war aber kein durchdachtes Verlangen.“ Ohne Alkohol wäre es nicht zu der Tat gekommen, hieß es weiter. Mit dem Urteil wurde zudem die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Der 47-Jährige hatte den anderen Mann durch einen Messerstich ins Herz tödlich getroffen. „Ich habe das gemacht, weil er es so wollte“, gestand der Angeklagte kurz nach der Tat bei der Polizei. Die Staatsanwältin hatte auf acht Jahre Haft wegen Totschlags plädiert. Die Verteidigung hatte sich für zwei Jahre Haft ausgesprochen.