Star-Architekt

Daniel Libeskind findet Berlins Architektur provinziell

In Berlin entwarf Daniel Libeskind das Jüdische Museum. Der Rest gefällt ihm weniger. Berlin fühle sich an wie ein "Vorort von Texas".

Der Star-Architekt Daniel Libeskind hat für die moderne Architektur Berlins wenig übrig. „Ich würde sie nicht mal als moderne Architektur bezeichnen“, sagte der 69-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in New York. Die strengen Baubestimmungen führten dazu, dass vieles „einfach aus Gewohnheit“ gemacht werde.

Als Beispiel nannte Libeskind den Potsdamer Platz: „Er ist eine Simulation, als ginge man durch eine Virtual Reality in 3D. Er wurde mit einem Computer entwickelt und aus einem Computer gebaut. Er hat nicht die Temperatur, das Adrenalin und die Lebenskraft Berlins.“ Berlin müsse mehr Mut und Risiko wagen, damit sich die Stadt nicht mehr anfühle wie „irgendein Vorort von Texas“.

Libeskind, der unter anderem das Jüdische Museum in Berlin baute und nach dessen Masterplan das World Trade Center in New York errichtet wird, feiert am 12. Mai seinen 70. Geburtstag.