Urteil

Beamter stiehlt 100.000 Euro aus Bezirkskasse – Haftstrafe

Das Geld war im Dezember 2014 beim Umzug der Behörde aus dem Rathaus Wilmersdorf verschwunden. Der Angeklagte bestreitet die Tat.

Die 100er-Scheine waren noch originalverpackt, als sie verschwanden

Die 100er-Scheine waren noch originalverpackt, als sie verschwanden

Foto: picture-alliance / Eibner-Presse / picture-alliance / Eibner-Presse/picture alliance

Ein Mitarbeiter des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf, der beim Umzug seiner Behörde 100.000 Euro in die eigene Tasche gesteckt haben soll, ist zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 45-Jährige habe ein originalverpacktes Bündel der Bundesbank mit 100-Euro-Scheinen gestohlen, befand ein Amtsgericht am Mittwoch. Der Stadtobersekretär habe zudem zwei Dokumentendrucker aus dem Amt in seinen Besitz gebracht und Falschgeld hergestellt. Der Anwalt des suspendierten Beamten hatte auf Freispruch plädiert.

Das Geld war im Dezember 2014 beim Umzug der Behörde aus dem Rathaus Wilmersdorf verschwunden. Zuvor hätten der Angeklagte und eine weitere Mitarbeiterin die Bargeldbestände erfasst und zum Transport vorbereitet, hieß es im Urteil. „Ein Bündel mit 100.000 Euro landete mit Sicherheit nicht im Wagen der Geldtransporteure“, sagte die Richterin. In einem unbeobachteten Moment habe sich der Angeklagte das Geld angeeignet. Er habe seine Vertrauensstellung ausgenutzt und „31 Jahre Beamtendasein aufs Spiel gesetzt“.

Auf seinem Konto ging es bergauf

Das Gericht, das im Wesentlichen dem Antrag des Staatsanwalts folgte, stützte sich auf Indizien. So sei es kurz nach dem Verschwinden der 100.000 Euro auf dem Konto des Angeklagten allmählich bergauf gegangen. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung seien zudem 18.000 Euro entdeckt worden, die in einer Folie der Bundesbank steckten. Auch Falschgeld im Wert von 56.000 Euro sei bei ihm sichergestellt worden. Er habe „Blüten“ in Umlauf bringen wollen, waren die Richter überzeugt.

Der Beamte hatte die Vorwürfe gegenüber der Polizei bestritten. Zu dem Falschgeld hatte er erklärt, seine Pokerrunde habe damit Zigarren anzünden wollen. Die echten Noten seien seine Ersparnisse. Zu Beginn des Prozesses Ende Februar schwieg der Angeklagte. „Wann, wo und durch wen die 100.000 Euro verschwanden, ist offen geblieben“, sagte sein Verteidiger.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.