Filmpremiere

Berlin spielt die Hauptrolle

Die Komödie „Wie Männer über Frauen reden“ feiert am Dienstagabend Premiere im Zoo Palast - und Hauptdarsteller Frederick Lau ist am Premierentag wieder Vater geworden

Barnaby Metschurat, Oliver Korittke und Frederick Lau (v.l.) bei der Premiere ihres Films „Wie Männer über Frauen reden“ im Zoo Palas

Barnaby Metschurat, Oliver Korittke und Frederick Lau (v.l.) bei der Premiere ihres Films „Wie Männer über Frauen reden“ im Zoo Palas

Foto: Jörg Krauthöfer

Für Frederick Lau war die Premiere seines neuen Films „Wie Männer über Frauen reden“ am Dienstagabend nur der zweitschönste Anlass zum Feiern. „Ich bin heute Morgen ganz früh Vater eines Sohnes geworden“, verriet der Schauspieler auf dem roten Teppich im Zoo Palast. Dass er trotzdem gekommen sei, sei er seinem Team schuldig. „Ich habe noch schnell meine Tochter ins Bett gebracht und sie dem Babysitter übergeben, dann bin ich los. Es wird aber ein kurzer Abend für mich“, so der 26-Jährige. Seine Frau, Moderatorin Annika Lau, sei noch in der Klinik.

In der Berlin-Komödie ist Lau hingehen noch auf der Suche nach der großen Liebe. Er spielt Martini, den Sohn von DJ (Oliver Korittke), der zusammen mit seinem Kumpel Frankie (Barnaby Metschurat) in dessen Kreuzberger Bar rumhängt und jede Nacht aufs Neue Zeuge wird, wie die Nachtschwärmer das kurzweilige Abenteuer suchen. Und auch selbst haben beide nicht die geringste Absicht, dieses Leben aufzugeben, obwohl sie längst aus dem Alter raus sein sollten. Schließlich könnten sie sonst enden wie Marko (Kida Ramadan), der seit seiner Heirat weitestgehend domestiziert ist.

Drehbuchautor Carsten Regel weiß, wovon er spricht. Zusammen mit einem Freund betreibt er seit neun Jahren die Bar „Muschi Obermaier“ an der Torstraße in Mitte. Dort gebe es ein unglaubliches Beobachtungspotenzial, so der ehemalige Musik- und Filmjournalist. „Da kann man prima Feldforschung betreiben – das ist ein schöner Nebenaspekt meiner Arbeit. Das war die eigentliche Inspiration“, sagt Regel.

Neben den vier Protagonisten spielt Berlin eine weitere Hauptrolle in „Wie Männer über Frauen reden“ – vor und hinter der Kamera. Die Barszenen wurden in der „Glühlampe“ in Friedrichshain gedreht, Filmemacher und Schauspieler sind Hauptstädter. „Wir haben sehr bewusst darauf geachtet, dass alle Hauptrollen auch wirklich von Berlinern gespielt wurden“, so Produzent Björn Birg. „Sie mussten die Berliner Schnauze haben. Das war unerlässlich. Und dann war es, als würden wir bei ihnen zu Hause drehen, weil unsere Drehorte ohnehin die Plätze sind, an denen man sie immer antreffen kann.“

Frauen seien bestimmt neugierig zu erfahren, wie Männer über sie reden, meint Birg: „Und die Männer werden bei vielen Momenten zustimmend nicken und sich wiedererkennen können.“ Zur Premiere des als Crowfunding-Projekt entstandenen Films kamen auch die Schauspielerinnen Ellenie Salvo González, Amelie Plaas-Link und Margarita Ruhl.

Im echten Leben sind die Darsteller der Komödie ihren Rollen übrigens weitestgehend entwachsen. Kida Ramadan hat fünf Kinder, Barnaby Metschurat erwartet mit Kollegin Lavinia Wilson derzeit das zweite gemeinsame Kind. Die war am Dienstagabend zwar dabei, hielt sich jedoch im Hintergrund. „Ich bin heute mal nur die Taschenträgerin“, so die Schauspielerin.