Morgenpost-Ratgeber

Garten: Wie werden wir den Giersch los?

Im Salat erlebt es eine Renaissance, im Garten ist es eine Plage. Das Wildkraut Giersch wuchert in vielen Beeten und Gärten. Was hilft?

Das Wildkraut Giersch (Aegopodium podagraria) breitet sich sehr schnell aus

Das Wildkraut Giersch (Aegopodium podagraria) breitet sich sehr schnell aus

Foto: M. Kühn / picture alliance / Arco Images

GARTEN – In vielen Beeten und Gärten entwickelt sich der Giersch zu einer Plage, mit der Hobbygärtner ihre liebe Not haben. Was hilft gegen die rasante Ausbreitung dieses Wildkrauts?

Gabriele Kleuvers, Parkleiterin des Britzer Gartens, gibt Tipps: „Giersch in Rasen, Wiese, Staudenbeet oder unter den Gehölzen kann die Freude des Gärtners tatsächlich trüben, denn die Pflanze gilt vielen Menschen als unverwüstliches und besonders unerwünschtes Wildkraut. Es vermehrt sich hauptsächlich vegetativ über bis zu einem halben Meter tief in der Erde wachsenden Wurzelausläufern oder Rhizomen, die in kurzer Zeit ein ganzes Gartenareal erobern können. Hier hilft nur Ausdauer und Geduld.

Giersch-Vorkommen in Rasenflächen sind dabei am leichtesten einzugrenzen. Durch das regelmäßige Mähen werden der Pflanze die Blätter genommen, die sie zum Einlagern und Umwandeln von Nährstoffen braucht. Sie wird ihren Standort nicht sofort aufgeben, aber im Laufe der Zeit weniger werden. Dringt der Giersch aus benachbarten Gehölz- und Staudenflächen in den zuvor „gierschfreien“ Rasen oder sollen „gierschfreie“ Zonen erhalten werden, hilft der Einbau einer Wurzelsperre. Sie sollte mindestens 60 Zentimeter tief und senkrecht in den Boden eingegraben werden und über eine entsprechende Festigkeit verfügen.

In Handarbeit regelmäßig Wurzeln ziehen

In stark mit Giersch besetzten Stauden- und Gehölzbereichen lässt er sich mit Handarbeit mit Hilfe einer Grabegabel oder einer Handgabel eingrenzen. Nach dem Einstich in den Boden werden Erde und Giersch-Wurzeln vorsichtig an die Oberfläche befördert und danach so viele Wurzeln wie möglich herausgezogen. Die Wurzeln werden am besten über den Hausmüll entsorgt, da jedes Wurzelstück auf dem Kompost bei zu geringen Temperaturen überlebt und wieder leicht austreibt.

Diese Beschäftigung vermittelt den besten Eindruck darüber, wie die Pflanze wächst und weckt vielleicht auch Bewunderung für ihre Überlebensstrategie. Das „Ausgabeln“ sollte regelmäßig, spätestens wenn sich die neuen ersten grünen Spitzen und Blättchen zeigen, wiederholt werden. Auch andere Wurzelunkräuter lassen sich mit dieser Methode leicht entfernen und nebenbei wird die obere Bodenschicht gelockert, ohne die gewünschten Pflanzen zu schädigen.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Erdoberfläche mit einer Folie auszulegen, die anschließend mit Mulch beschwert wird. Fehlendes Licht, fehlendes Wasser und das damit einhergehende ungünstige Bodenklima machen der Pflanze das Leben schwer. Allerdings kann diese Methode meist nur auf wenig bewachsenen Böden durchgeführt werden. Werden Ausschnitte, etwa für Gehölze in die Folie geschnitten, dringt der Giersch oftmals zielstrebig in das Wurzelgeflecht des Gehölzes ein und ist in kürzester Zeit so mit ihm verquickt, dass ein „Aussortieren“ der Wurzeln, ohne große Schäden am Gehölz zu verursachen, kaum möglich ist.

Robustes Wildkraut und altes Heilmittel

Vielleicht hilft bei allem auch hier eine gewisse Gelassenheit. Dem Giersch wird eine Daseinsberechtigung eingeräumt: Er wird zwar eingedämmt aber kein Anspruch erhoben, ihn gänzlich zu beseitigen.“

In der Volksmedizin wurde der Giersch jahrhundertelang als Heilmittel gegen Gicht und Rheuma geschätzt. Die moderne Küche entdeckte ihn neu für die Zubereitung schmackhafter Salate, Suppen oder Pestos und vielleicht gehen Sie auch heute in Ihren Garten, um ein „Giersch- Sträußchen“ für Ihre Limonade zu schneiden?

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